Die Philippinen im Wandel der Geschichte
Republika ñg Pilipinas


Notstandsgesetz und der Sturz von Marcos
1972 bis 1986
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Proklamation 1081 und Notstandsgesetz


Am 21. September 1971 ließ Marcos die Proklamation 1081 verlautbaren und erklärte über das gesamte Land den Ausnahmezustand. Aufgrund des Befehls des Präsidenten verhaftete das Militär oppositionelle Personen einschließlich Benigno Aquino, Journalisten, Studenten- und Arbeiterführer und kriminelle Elemente. Insgesamt wurden etwa 30.000 Häftlinge in militärische Einrichtungen gezählt, die von der Armee und der philippinischen Geheimpolizei bewacht wurden. Waffen wurden beschlagnahmt, und sogenannte "Privatarmeen", die prominente Politiker und andere, wichtige Persönlichkeiten schützten, wurden aufgelöst. Zeitungen wurden geschlossen und die Massenmedien unterlagen einer strengen Zensur. Mit nur einem Federstrich schloss Marcos den philippinischen Kongress und übernahm selbst dessen legislativen Befugnisse. Während der Zeit des Notstandsgesetzes von 1971 - 1981 regierte Marcos mit diktatorischen Maßnahmen und unterschrieb hunderte von Präsidentendekreten, von den viele niemals veröffentlicht wurden.

Wie vieles andere auch, was mit Marcos in Verbindung stand, hatte die Bekanntgabe des Ausnahmezustandes etwas anrüchiges, wie etwas von einem Schmierentheater. Der Zwischenfall, der die Proklamation 1081 auslöste, war ein angeblicher Attentatsversuch von Kommunisten auf den Verteidigungsminister Enrile. Wie Enrile nach Marcos Sturz im Jahr 1986 selbst zugab, wurde in der Nacht auf sein unbesetztes Auto von seinen eigenen Leuten mit Maschinengewehren gefeuert, als die Proklamation 1081 unterzeichnet wurde.

Die meisten Filipinos, zumindest jene, die in den Wirtschafts- und Gesellschaftseliten gut gestellt waren, unterstützten anfangs die Implementierung der Notstandsgesetze. Die steigende Gewaltbereitschaft und Gesetzlosigkeit war allgewärtig. Verglichen mit dem Aufstand aus den frühen fünfziger Jahren war es allerdings noch modest, und dennoch breitete sich die New People's Army (Volksarmee) weiter aus, und auch die Sezessionsbewegung der Moslems im Süden gewann mit ausländischer Unterstützung an Bedeutung. Nun, es war ein verworrenes Gewirr einer kommunistischer Konspiration, und Marcos sprach von einem Netzwerk von "Frontorganisationen", welches unter "unseren Ländpächtern, Arbeitern, Akademikern, Intellektuellen, Studenten und Messenmedien" operierte. Dabei fand er eine dankbare Zuhörerschaft in den Vereinigten Staaten, die über die Abschaffung der Demokratie keineswegs protestierte.



Die neue Gesellschaft


Marcos nahm für sich in Anspruch, dass das Notstandsgesetz eine nötige Maßnahme war, um eine "neue Gesellschaft" aufzubauen, die auf neue soziale und politische Werte gestellt sein sollte. Er führte aus, dass bestimmte Verhaltensweisen der Filipinos auf eine koloniale Mentalität zurückgingen und dass diese eine effektive Modernisierung behinderten. Dieses schloss die Prämisse der persönlichen Beziehungen ein, wie sie sich aus der Ethik des "Utang na loob" (Geben und Nehmen) und in der Wichtigkeit, innerhalb einer Gruppe Harmonie und gegenseitiges Verständnis zu fördern, ergab und das konnte, wenn es sein musste, auch zulasten der der nationalen Gemeinschaft gehen. Ein neuer Geist der Selbstaufopferung war vonnöten, um das Land auf die gleiche Stufe wie seine asiatischen Nachbarn, wie beispielsweise Taiwan und die Republik Korea (Süd Korea) zu stellen. Trotz Marcos oft vorgebrachte Kritik über die alte Gesellschaft fühlten sich Marcos, seine Frau und ihre kleine Gruppe von Verbündeten, die "gekrönte Gruppe", frei, die Korruption auf erschreckende Ausmaße zu treiben.

Die gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Politik wurde danach ausgerichtet, Marcos Rivalen innerhalb der Elite zu neutralisieren. Das alte politische System mit seinen Parteien, mit von Auswüchsen begleiteten Wahlkampagnen und einer Presse, die so unerbittlich und verleumderisch sein konnte, dass sie als "freieste Presse der Welt" bezeichnet wurde, war laut Marcos Obrigkeitshörig und wurde seit den frühen amerikanischen Tagen der Kolonialisierung - wenn nicht schon früher - von einer kleinen, elitären Clique dominiert. Diese Elite jedoch, die lokalen, politischen Dynastien entstammte, war nie eine homogene Gruppe gewesen. Ihre Fehden und Spannungen, die oft nur durch Verletzungen bei Liebesbeziehungen entstanden waren oder aus ideologischen und thematischen Meinungsverschiedenheiten hervorgingen, bildeten ein pluralistisches System.

Marcos selbst proklamierte "Revolution von oben" beraubte die alte Elite bedeutende Teile ihres Einflusses und ihrer Herrschaft. Beispielsweise die mächtige Lopez Familie, die bei Marcos in Ungnade gefallen war (Fernando Lopez hatte Marcos als ersten Vizepräsident gedient), wurde der meisten ihrer politischen und wirtschaftlichen Einflüsse beraubt. Obwohl sie immer einflussreich gewesen war, baute Imelda Marcos auch in den Jahren der Notstandsgesetze fleißig an ihrem eigenen Machtapparat. Als gleichzeitige Gouverneurin von Metro Manila (Groß Manila) und Wohnungsbauministerin (dieses Ministerium wurde extra für sie geschaffen) konzentrierte sie eine außergewöhnliche Machtfülle.



"Spezi"-Kapitalismus


In den ersten Jahren des Ausnahmezustands zog die Wirtschaft aus der steigenden Stabilität ihren Nutzen, und das Vertrauen der Wirtschaft wurde noch durch Marcos Ankündigung gestützt, fähige Technokraten auf Wirtschaftsplanungposten zu berufen. Trotz des Ölpreisschocks im Jahr 1973 war das Wachstum des Bruttosozialprodukts (BSP) respektabel und die durch die Ölverteuerung verursachte Inflation, die 1974 um die 40 Prozent erreichte, konnte schon ein Jahr später auf 10 Prozent gedrückt werden. Zwischen 1973 und den frühen achtziger Jahren konnte die Abhängigkeit von importiertem Öl durch eigene Funde im Land und erfolgreiche Energieersatzmaßnahmen deutlich reduziert werden. Mit der Ankündigung, dass, "wenn die Landreform scheitert, wird es keine neue Gesellschaft geben", startete Marcos mit großem Medienaufwand eine neue Initiative, die darin resultierte, dass 1975 etwa 184.000 Bauernfamilien eigenes Land übertragen bekommen sollten. Das Gesetz bot aber derart viele Schlupflöcher, dass es die lokalen Großgrundbesitzer und landlosen Pächter, die weiterhin furchtbar arm blieben, nur wenig berührte.

Die größten, produktivsten und technisch fortschrittlichsten Industriebetriebe wurden nach und nach unter die Kontrolle von Marcos "Spezis" gebracht. Beispielsweise das riesige Geschäftsimperium der Lopez Familie, welches die größten Tageszeitungen, ein Radio- und Fernsehnetzwerk und das größte Elektroenergieversorgungsunternehmen des Landes einschloss, wurde zerschlagen und unter Marcos Loyalisten aufgeteilt, zu denen auch Imelda Marcos Bruder, Benjamin "Kokoy" Romualdez, und andere loyale "Spezis" gehörten. Riesige Monopole und Halbmonopole wurden im verarbeitenden Gewerbe, in der Industrieproduktion und im Finanzdienstwesen errichtet. Sobald diese Giganten unprofitabel wurden, subventionierte sie die Regierung mit Zuschüssen, die sich auf hunderte Millionen Pesos belaufen konnten. Philippine Airlines, das größte Luftfahrtunternenmen mit nationalen und internationalen Verbindungen, wurde verstaatlicht und, wie Kririker sagen, zu einer "reinen privaten Pendler Airline" für Imelda Marcos und ihre Freundinnen für Einkaufstripps nach New York und Europa umorganisiert.

Wahrscheinlich die negativste Wirkung des "Spezi"-Kapitalismus aber war die Vernachlässigung der traditionellen landwirtschaftlichen Produktion, die Millionen von einfachen Filipinios in den ländlichen Räumen beschäftigte. (Allein die Kokosnussindustrie sicherte geschätzten 15 bis 18 Menschen ein Einkommen.) Unter Benedicto und Eduardo Cojuangco wurden Vwerteilungs- und Marketingmonopole für Zucker- und Kokosnussprodukte eingerichtet. Bauern wurden auf lokaler Ebene verpflichtet, ihre Ernten nur noch an die Monopole zu verkaufen und erhielten für ihre Produkte weniger als den Weltmarktpreis, und so waren sie auch die ersten, die darunter zu leiden hatten, als die Weltmarktpreise für Agrargüter zu fallen begannen. Millionen Dollars aus dem Profit dieser Monopole, aus der Staatskasse und aus dem Verkauf von staatlichen Kunstgegenständen, Juwelen und Antiquitäten wurden nach Übersee auf Schweizer Bankkonten transferiert. Auf der Insel Negros in Visayas, des Gebiet, in dem Nicholas Loney im neunzehnten Jahrhundert die Zuckerindustrie begründet hatte, lebten die Zuckerbarone weiter in Luxus, während die Bauern unter einer größeren Unterernährung als in jedem anderen Teil Südost Asiens litten.

Ferdinand Marcos war für den Wandel in der zuvor politisch neutralen Berufsarmee der Philippinen maßgeblich verantwortlich, die sich seit kolonialen Zeiten nach dem Modell des Militärs in den Vereinigten Staaten, als Kontrollfaktor in politischen Prozessen, ausgerichtet hatte. Diese Unterwanderung geschah auf zwei Wegen. Erstens beförderte Marcos Offiziere aus der Ilocos-Region, seiner Heimatprovinz, in die höchsten Ränge. Die regionale Herkunft und ihre Loyalität zu Marcos waren die Gründe der Beförderung und weniger die Fähigkeit oder eine vielversprechende Personalakte. Zum Beispiel Fabian Ver war seit der Kindheit ein Freund von Marcos und wurde später sein Chaffeur. Er stieg zum Stabschef der bewaffneten Streitkräfte auf und wurde Chef des inneren Sicherheitsdienstes. Zweitens erhielten Offiziere je nach Rang und Personalakte großzügige Sonderleistungen und Sonderzahlungen. Alle Offiziere und Berufssoldaten erfuhren eine ganz erhebliche Aufbesserung ihrer Grundbezüge. Das Personal der bewaffneten Streitkräfte stieg von 50.000 im Jahr 1971 auf 148.000 im Jahr 1983. Höchste Offiziere, unter ihnen auch Ver, spielten in der Politik eine zunehmend einflussreiche Rolle. Auf lokaler Ebene bekamen Kommandeure, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Möglichkeit, sich der Wirtschaft zu bedienen und ein persönlich genehmes Netzwerk von Wirtschaftsführern zu installieren. Marcos und die militärische Führung gingen unter dem Notstandsgesetz eine symbiotische Beziehung ein.

Ein militärischer Führer wurde, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für seine Loyalität besser belohnt als für seine Kompetenz, die er bei den oft brutalen und ineffektiven Auseinandersetzungen mit sich rasch ausbreitenden kommunistischen Aufständen und moslemisch motovierten Seperationsbestrebungen bewiesen hatte. Die Behandlung der Zivilisten in ländlichen Gebieten war häufig äußerst brutal, was die Landbevölkerung sozusagen als Selbstverteidigungsmaßnahme und weniger aus ideologischen Gründen dazu veranlasste, mit den Aufständischen kooperieren. Die kommunistischen Aufstände wuchsen in den achtziger Jahren nach einigen Rückschlägen in den siebziger Jahren schnell an, wobei besonders die ärmsten Regionen des Landes betroffen waren. Die Gewalt der moslemische Seperatistenbewegung erreichte in der Mitte der siebziger Jahre ihren Höhepunkt und ging von da an ständig zurück. Das lag vornehmlich daran, dass sich die Führung der Bewegung aufgespalten hatte und sie aufgrund der diplomatischen Aktivitäten unter Marcos weniger ausländische Unterstützung erfuhr.

Auch in den siebziger Jahren blieben die Beziehungen der Philippinen zu den Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung, obwohl die speziellen Beziehungen zwischen diesen und ihrer ehemaligen Kolonie zum großen Teil modifiziert waren, da die Bindungen im Handel, bei Investitionen und in der Verteidigung sich gründlich wandelten. Die im "Laurel-Langley Vertrag" definierten besonderen Zollvereinbarungen der Vereinigten Staaten für philippinische Exporte und "Paritäts"-Privilegien für Investoren aus den Vereinigten Staaten liefen am 4. Juli 1974 aus, und die Handelsbeziehungen wurden danach auf die international gültigen Vereinbarungen für Zölle und Warenaustausch (GATT - General Agreement on Tariffs and Trade) gestellt. Während der Zeit des Ausnahmezustandes wurden die ausländischen Investitionsbedingungen trotz der offiziell vertretenen These von der "Ausbeutung" der Wirtschaft durch Ausländer erheblich liberalisiert. Eine Politik, die "nichttraditionelle" Exporte, wie Textilien, Fußbekleidung, elektronische Bauteile und frische und konservierte Lebensmittel wurde mit einigem Erfolg initiiert. Japan forderte zunehmend die Vereingten Staaten als wichtigster Wirtschaftspartner der philippinischen Wirtschaft heraus.

Der Status der Militärbasen der Vereinigten Staaten wurde neu verhandelt, und ein Zusatz zu dem Militärbasenabkommen aus dem Jahre 1947 wurde am 6. Januar 1979 unterzeichnet, welches die philippinische Soveränität über die Basen wiederherstellte und die Territorium nochmals reduzierte. Gleichzeitig versprach die Seite der Vereinigten Staaten, ihre "besten Anstrengungen" dafür zu unternehmen, vom Kongress die Bewilligung zu erhalten, eine Militär- und Wirtschaftshilfe über eine Summe von insgesamt 400 Millionen USD für den Zeitraum von 1979 bis 1983 bewilligt zu bekommen. Ferner sah das Zusatzabkommen vor, zukünftig alle fünf Jahre über die Basen neu zu verhandeln. Obgleich die Regierung unter Präsident Jimmy Carter weltweit für die Durchsetzung der Menschenrechte eintrat, wurde nur geringer Druck auf Marcos ausgeübt, das Vorgehen seines Militärs in ländlichen Regionen zu verbessern und die Todesschwadronen für Oppositionelle aufzulösen. (Doch Druck der Vereinigten Staaten spielte dabei eine Rolle, Benigno Aquino im Mai 1980 aus der Haft zu bekommen und ihm zu gestatten, zur medizinischen Behandlung in die Vereinigten Staaten auszureisen, nachdem er fast acht Jahre, davon über lange Zeiträume in Einzel- und Isolationshaft, inhaftiert gewesen war.

Am 17. Januar 1981 gab Marcos die Proklamation 2045 bekannt, die formell das Notstandsgesetz außer Kraft setzte. Einige Kontrollen wurden gelockert, aber die "Neue Republik" erwies sich nur als eine längst überfällige, liberalisierte Version von einer durch "Spezis" dominierten "neuen Gesellschaft". Erwartungsgemäß erreichte Marcos einen überwältigenden Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Juni 1981, die von den wichtigsten oppositionellen Parteien boykottiert wurden und zu der seine Opponenten nicht zugelassen waren.



Vom Aquino Attentat zum Widerstand des Volkes


Benigno "Ninoy" Aquino war, wie sein lebenslanger Rivale, Ferdinand Marcos, auch, ein vollendeter Politiker philippinischer Art. Geboren 1932 brach er sein Studium vorzeitig ab, um eine Karriere als Journalist erst im Koreakrieg und dann in Vietnam, Malaysia und anderen südostasiatischen Ländern zu beginnen. Gleich Marcos war er ein geübter Marketingmanager bezüglich seines Ansehens in der Öffentlichkeit, und er stützte seine Popularität auf die Behauptung, im Mai 1954 maßgeblichen Anteil bei den Verhandlungen um die Aufgabe des "Huk" Führers Luis Taruc gehabt zu haben. Die Aquino Familie bedeutete für die Provinz Tarlac in Zentral-Luzon das, was die Marcos Familie für Ilocos del Norte war und die Romualdez Familie für Leyte - sie war eine politische Dynastie. Aquino wurde 1963 Gouverneur der Provinz Tarlac, und 1967 wurde er in den Senat gewählt. Seine Heirat mit Corazon Cojuangco, eine Tochter aus einer der reichsten und prominentesten chinesischen Mestzenfamilien des Landes war, wie Marcos Verehelichung mit Imelda Romualdez, eine unschätzbare Hilfe bei seiner politischen Karriere. Wäre das Notstandsgesetz im September 1972 nicht in Kraft getreten, hätte Aquino zweifellos Marcos geschlagen und wäre ein handverlesener Nachfolger um das Präsidentenamt geworden. Doch stattdessen gehörte er zu den ersten, die eingesperrt wurden, sobald der Ausnahmezustand proklamiert wurde.

Aquinos Jahre im Gefängnis - physisch hart unter der ständigen Furcht, jederzeit von seinen Aufsehern umgebracht werden zu können und die Möglichkeit zu haben, viel zu lesen und zu meditieren - schienen den einst schnell redenden politischen Agitator in einen reiferen und nachdenklicheren Führer der demokratischen Opposition gewandelt zu haben. Obwohl er im November 1977 von einem Militärgericht der Subversion schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde, führte Aquino noch aus dem Gefängnis heraus die LABAN (Lakas Ng Bayan - Kraft der Nation) Partei in ihrer Kampagne, Sitze bei der Parlamentswahl von 1978 zu gewinnen, und er debattierte mit Marcos Freund, Enrile, sogar im Fernsehen. Bei der Wahl ging es um Sitze zu der gesetzgebenden Versammlung, die sich jetzt Nationalversammlung nannte und kurz zuvor ins Leben gerufen worden war. Besonders während der ersten Jahre war sie ein Scheinparlament, welches nur Marcos Politik abzusegnen hatte, um ihr nach außen den Anschein von Legalität zu geben. (Die LABAN war nicht erfolgreich, aber sie konnte 40 Prozent der Stimmen in Metro Manila gewinnen.)

Nachdem ihm erlaubt worden war, sich zur medizinischen Behandlung in die Vereinigten Staaten mit Begleitung seiner Ehefrau begeben zu dürfen, wurde er der wichtigste Führer der Opposition im Exil. 1983 war sich Aquino über die Gefahr seiner Rückkehr auf die Philippinen voll bewusst. Imelda Marcos hatte ihm unverhohlen zu verstehen gegeben, dass seine Rückkehr ein Risiko bedeuten würden, da Kommunisten und einige Marcos Anhänger ihn zu töten versuchen könnten. Der Zustand der wirtschaftlichen und politischen Lage jedoch, dazu kam noch der sich verschlechternde Gesundheitzustand von Marcos, überzeugten Aquino, dass es die einzige Möglichkeit war, dem Land einen Bürgerkrieg zu ersparen. Entweder musste er Marcos überzeugen, freiwillig von der Macht zurückzutreten, oder er musste eine verantwortungsbewusste, vereinigte Opposition organisieren. So gesehen bestand das schlimmste, mögliche Ergebnis in einem Marcos Nachfolgeregime, welches von Imelda geleitet und von Ver abgesichert werden würde.

Aquino wurde am 21 August 1983 durch einen Kopfschuss getötet, während er von Soldaten des Aviationen Security Command (Flugsicherheitskommando) auf dem internationalen Flughafen von Manila aus dem Flugzeug eskortiert wurde. Die Behauptung, er war ein Opfer des einzelnen kommunistischen Pistolenschützen, Rolando Galman, geworden, der unmittelbar nach der Tat von Angehörigen des Aviation Security Commands getötet werden konnte, klang wenig überzeugend. Eine von Marcos eingesetzte Kommission, die von der Juristin Corazon Agrava geleitet wurde, schloss Ende Oktober 1984 ihre Untersuchungen ab und kam zu dem Ergebnis, das Attentat war auf eine militärische Konspiration zurückzuführen. Marcos Glaubwürdigkeit aber, im Inland wie auch im Ausland, erlitt einen Totalschaden, als die Sadiganbayan, ein hohes Gericht, welches sich mit Klagen gegen Regierungsmitglieder befassen sollte, Agravas Untersuchungsergebnisse verwarf, um die Darstellung der Regierung aufrecht zu erhalten und im Dezember 1985 Ver und vierundzwanzig Militäroffiziere und einen Zivilisten von jeglicher Schuld freisprach.

Obwohl bis in die neunziger Jahre nicht eine abschließende Verantwortung für die Tat eindeutig geklärt werden konnte, sprach am 28. September 1990 ein speziell dafür eingesetzter Gerichtshof General Luther Custodio und fünfzehn weitere Offiziere des Aviation Security Commands schuldig, Aquino und Galman ermordet zu haben. Die meisten Prozessbeobachter aber glaubten, Imelda Marcos und Fabian Ver hatten das Attentat auf Aquino zu verantworten. Imeldas Bemerkungen vor und nach dem Attentat sowie die Tatsache, dass Ver einer ihrer nahen Vertrauten wurde, führte zu dem Verdacht gegen beide.

Für Marcos aber wurde der tote Opponent noch bedrohlicher als der lebende. Sein Begräbnis mit Millionen von Trauernden wuchs zur größten Demonstration in der philippinischen Geschichte an. Aquino wurde der Märtyrer, der die öffentliche Entrüstung auf die Regierung gelenkt hatte. Die unvermeidliche Folge, der Sturz von Marcos, konnte zwar hinausgezögert werden, aber er war nicht zu vermeiden.

Die Widerstandsbewegung des Volkes, die am 25.Februar 1986 mit der Amtsenthebung von Marcos Früchte trug, war auf den ersten Blick breit gefächert und obwohl sie nicht allein vom einfachen Volk ausging, wurde sie in Manila unter dem Namen EDSA Revolution bekannt. Der Widerstand des Volkes umgab sich mit Kirchenführern der römisch-katholischen Kirche, mit der Elite aus der Geschäftswelt und Überläufern aus den bewaffneten Streitkräften. Die Millionen Landarbeiter, Industriearbeiter, Menschen aus der Mittelklasse und Akademiker wurden weder von einer gemeinsamen Ideologie noch von einem gemeinsamen Klassenbewusstsein geeint, sondern sie einte nur das Mitgefühl für Aquinos Witwe, Corazon, und ihr Überdrusss an dem Marcos-Regime. Nach dem Attentat auf ihren Ehemann wurde Corazon Aquino zunächst zu einem Symbol erhoben, und erst dann übernahm sie ersatzweise die Führungsrolle der Opposition. Frau Aquino, als gläubige Katholikin und scheue Frau in der selbst gewählten Rolle als Hausfrau verbreite Vertrauen und ehrliche Überzeugung. Einige, auch amerikanische Politikbeobachter, betrachteten sie als unerfahren und naiv. Dennoch bewies sie im Laufe der Ereigbisse, die zu Marcos Sturz führten, unerwartet Scharfsinnigkeit und Entschlossenheit.



Die alte, politische Opposition


Das Notstandsgesetz hatte die Opposition geschwächt und an den Rand gedrängt, und sie wurde mit lediglich mäßigem Erfolg von einer Anzahl traditioneller Politiker geführt, die für eine glaubwürdige, nichtkommunistische Alternative zu Marcos eintraten. Der wichtigste unter ihnen war Salvador H. "Doy" Laurel. Ihm war es gelungen, eine Koalition aus zehn politischen Gruppierungen zu bilden. Die "Vereinte Nationalistsche Demokratische Organisation" (UNIDO) nahm 1982 an den Wahlen zur National Versammlung teil. Obgleich er Benignmo Aquino als einen der zwanzig "Vizepräsidenten" der UNIDO benannt hatte, waren Laurel und Aquino erbitterte Gegner.


Die katholische Kirche

Während des Ausnahmezustandes unter dem Notstandsgesetz und in der darauf folgenden Zeit war die katholische Kirche die stärkste und unabhängigste Einrichtung, die nicht der Regierung unterstand. Sie war traditionell konservativ und mit der Elite eng verknüpft. Gemeindepriester und Nonnen jedoch erlebten täglich die Leiden des einfachen Volkes und wurden häufig in politische und sogar kommunistische Aktivitäten einbezogen. Einer der bekanntesten politisierten Pfarrer war Pater Conrado Balweg, der eine Guerillaeinheit der New People's Army in den von Stämmen bewohnten Minderheitsregionen von Nord Luzon führte. Obwohl Papast Johannes Paul II. dem Klerus weltweit untersagt hatte, sich aktiv in politische Auseinandersetzungen zu betätigen, hatte die Aussage des Papstes über Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit die Kirchenleitung der Philippinen ermutigt, das Fehlverhalten des Marcos Regimes ab Ende der siebziger und zu Beginn der achtziger Jahre offen zu kritisieren. Das Verhältnis zwischen der Kirche und dem Staat verschlechterte sich zusehends, als die vom Staat kontrollierten Medien verbreiteten, die Kirche wäre kommunistisch unterwandert. Als Folge aus dem Attentat auf Aquino änderte Kardinal Jaime Sin, der Erzbischof von Manila und Führer der Katholischen Bischofskonferenz auf den Philippinen, die Einstellung der Kirchenleitung von einer "kritischen Kollaboration" zu einer offenen Opposition.

Ein prominenter katholischer Laie, José Concepcion, spielte mit Unterstützung der Kirche 1983 eine Hauptrolle an der Wiederbelebung der nationalen Bewegung für freie Wahlen (NAMFREL), um die 1984 stattfindenden Wahlen zur Nationalversammlung zu beobachten. In der Wahl von 1984 und in der Präsidentschaftswahl vom 7. Feruar 1986 spielte NAMFREL die Hauptrolle bei der Verhinderung gesetzeswidriger Unregelmäßigkeiten - oder sie berichtete zumindest über derartige Versuche des Regimes. Das Rückgrat dieser Organisation bildeten Gemeindepfarrer und Nonnen, die über das ganze Land verstreut waren.


Die Wirtschäftselite

Das Aquino Attentat erschütterte das Vertrauen der Wirtschaft zu einer Zeit, als die Wirtschaft schon seit Jahren unter der Misswirtschaft durch die "Spezis" litt und sich die internationalen Rahmenbedingungen verschlechtert hatten. Wirtschaftsführer, besonders jene, die von regimeunterstützten Monopolen ausgeschlossen waren, fürchteten, eine Fortsetzung des Status quo könnte zum völligen Kollaps der Wirtschaft führen. Ihre Einschätzung wurde von ausländischen Gläubigern und internationalen Organisationen, wie dem Internationalen Währungsfond (IWF) geteilt. Die Inflation und die Arbeitslosigkeit stiegen unaufhörlich. Das Bruttosozialprodukt des Landes stagnierte 1983 und dann fiel es nach Angaben des IWF sogar - um 6,4 Prozent im Jahr 1984 und um 3,8 Prozent 1985. Es kam zu einem tiefen Einschnitt in die Investitionsbereitschaft sowohl im Inland als auch vom Ausland. Die panische Kapitalflucht erreichte einen Tag nach Aqinos Tod eine Höhe von 2 Millionen USD. Das Stadtgebiet von Makati in der Metro Manila, wo Banken, Maklerbüros, die Börse, Luxushotels und die bevorzugten Wohngegenden konzentriert sind, entwickelte sich zum Zentrum des verbalen Widerstands gegen das Marcos Regime.


Die Linken

Gruppen des linken Flügels verbündeten sich offen oder verdeckt mit der Kommunistischen Partei der Pilippinen, und sie übernahmen eine wichtige Rolle in den Demomnstrationen gegen das Regime im Jahr 1983. Während sich die New People'Army (Neue Volksarmee) auf dem Lande ausgebreitet hatte, gewannen die Kommunisten durch die "Nationale Demokratische Front" zunehmend an Einfluss - wenn nicht sogar die Kontrolle über einige Gewerkschaften, Studentenverbände und über andere öffentliche Organisationen. Die Linken forderten radikale, politische Veränderungen und gründeten die "Neue Nationalistische Allianz" (Bagong Alyansang Makabayan - BAYAN) zu Beginn der achtziger Jahre, aber ihr politischer Einfluss litt ganz erheblich unter ihrer Entscheidung, die Präsidenzschaftswahlen im Februar 1986 zu boykottieren.


Die militärischen Streitkräfte

Korruption und Demoralisierung breiteten sich in den militärischen Streitkräften in den ersten achtziger Jahren aus, und eine Gruppe von jungen Offizieren, die überwiegend Absolventen der Eliteschule der Militärakademie der Philippinen gewesen waren, gründeten die Bewegung zur Reform der militärischen Streitkräfte (RAM). Man forderte die Wiederherstellung des "Professionalismus" aus der Zeit vor dem Ausnahmezustand und war sich weitgehend einig mit dem Verteidigungsminister, Enrile, der lange loyal zu Marcos gestanden hatte und sich zunehmend besorgt über Vers wachsenden Einfluss auf die Streitkräfte zeigte.


Die Reaktion der Vereinigten Staaten

Durch seine kolonialen Beziehungen und die fortwährenden Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen auf den Philippinen, waren die Vereinigten Staaten nie eine desinteressierte Partei auf den Philippinen gewesen. Am 1. Juni 1983 unterschrieben die Vereinigten Staaten und die Philippinen einen Fünfjahresvertrag über die weitere Nutzung der amerikanischen Militärbasen, auf der sich die amerikanische Seite verpflichtet hatte, "beste Anstrengungen" unternehmen zu wollen, eine Wirtschafts- und Militärhilfe in Höhe von 900 Millionen USD von 1984 bis 1989 bereitzustellen. Dieser Vertrag reflektierte sowohl die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten zu einer Zeit, da sich zunehmend sowietische und westliche Spannungen in den pazifischen Raum verlagerten, als auch das Vertrauen der Amerikaner in das Marcos Regime.

Das Attentat auf Aquino schockierte die Diplomaten der Vereinigten Staaten in Manila, doch konservative Berater von Präsident Ronald Reagan zeigten sich bis fast ganz zum Ende völlig ungerührt und unterstützten weiter Marcos, da für sie keine erfolgversprechende Alternative zur Verfügung stand. Ein Hinderungsgrund für die Unterstützung der Vereinigten Staaten zugunsten des gewaltlosen Volkswiderstandes unter Corazo Aquino, der von der Kirche und der Geschäftswelt unterstützt wurde, bestand darin, dass er aufgrund zu vieler Interessen scheitern musste. Außerdem befürchteten in den spannungsreichen Tagen und Wochen, die zu Marcos Sturz führten, viele politische Berater, sie wäre nicht durchsetzungsfähig genug, einen Staatsstreich durch das Militär oder eine kommunistische Übernahme zu meistern.


Die vorgezogene Wahl und Marcos Sturz

Indikator für die Wichtigkeit der Unterstützung des Regimes durch die Vereinigten Staaten war Marcos Ankündigung in einer Talk Show des amerikanischen Fernsehens vom November 1985 ("This Week with David Brinkley"), vorgezogene Präsidentschaftswahlen abhalten zu wollen. Er versprach den skeptischen Amerikanern ein Wahlbeobachterteam zuzulassen und legte den Wahltag auf den 7. Februar 1986, ein Jahr vor Ablauf seiner regulären Amtszeit, fest. Er ging davon aus, seine vorgezogene Wiederwahl würde ihm die Unterstützung der Vereinigten Staaten sichern, die Kritik ihm gegenüber auf den Philippinen verstummen lassen und darüber hinaus den "bösen Geist" von Benigno Aquino verbannen. Marcos besonnenes Vorgehen, seine gut gefüllte Wahlkasse und die Uneinigkeit in der Opposition versprach den Erfolg, aber seine Entscheidung erwies sich als monumentaler Fehler.

Kardinal Sin, ein scharfsinniger diplomatischer Verhandlungsführer beschrieb ihn einmal als "einen der besten Politiker auf den Philippinen", arrangierte eine politische Allianz der Vernunft zwischen Corazon Aquino und Salvador Laurel, der zuvor seine eigene Kandidatur angekündigt hatte und sich dann doch einverstanden erklärte, als Aquinos Vizepräsidentkandidat zur verfügung zu stehen. Aquino erfuhr eine immense öffentliche Unterstützung und Laurel brachte seine ausgezeichneten organisatorischen Fähigkeiten in die Kampagne ein. Ihre Vereinbarung, zusammen antreten zu wollen, erfolgte gerade rechtzeitig vor dem Meldeschluss für die Kandidaten Anfang Dezember. Die Kirchenleitung gab der Opposition ihre moralische Unterstützung. Kardinal Sin war sich darüber bewusst, arme Leute würden kein angebotenes Geld für ihre Stimmen ablehnen und dass die Ethik vom "Utang na loob" (Geben und Nehmen) sie zwingen würde, ihre Stimme für den Bestecher abzugeben. So mussten die Menschen davon überzeugt werden, dass es ein unmoralischer Vertrag war, an den man nicht gebunden war und dass sie ihre Stimme trotzdem nach ihrem Gewissen abgeben sollten.

Am Wahltag begleitete NAMFREL die Wahlurnen und versuchte schnell, an Wahltrends und -ergebnisse heranzukommen, um Unregelmäßigkeiten vorzubeugen. Ein Team von Wahlbeobachtern aus den Vereinigten Staaten, die aus einer Abordnung von Kongressabgeordneten und Senatoren bestand, gab eine vorsichtige Kritik über Wahlfälschungen ab, aber einzelne Mitglieder drückten ihren Schock und ihre Empörung darüber offen aus. Senator Richard Lugar beklagte sich darüber, dass 10 bis 40 Prozent der Wähler von den Wahlen ausgeschlossen wurden, weil ihre Namen aus den Wahllisten gestrichen worden waren. Die Ergebnisse, die von der Regierungskommission für Wahlen (COMELEC) veröffentlicht wurden, zeigten Marcos in Führung, wohingegen NAMFRELs Zahlen eine Mehrheit für Aquino-Laurel aussagten. Am 9. Februar bemerkten Computeroperatoren der COMELEC Diskrepanzen zwischen ihren Zahlen und denen, die offiziell veröffentlicht wurden, und sie verließen unter Protest ihre Arbeitsplätze, wobei sie ihre Leben riskierten. Die Kirche erklärte die Wahl zu einem Schwindel, und doch proklamierte die von Marcos dominierte Nationalversammlung am 15. Februar diesen zum offiziellen Sieger. Trotz der Wahlfälschung blieb Reagans Unterstützung für Marcos bestehen, so wie sie in Bezug auf Corazon Aquino unsicher blieb. Trotzdem kam ein Konsenz der persönlichen Berater des Präsidenten aus dem Weißen Haus, dem Pentagon und dem Kongress zustande und riet dem Präsidenten schließlich, Marcos jedliche Unterstützung zu entziehen.

Am 22. Februar gaben Enrile und General Fidel Ramos, der Kommandeur der philippinischen Polizeitruppe eine gemeinsame Erklärung ab und forderten Marcos Rücktritt. Sie richteten ihr "Rebellenhauptquartier" im Camp Aguinaldo und im daneben liegenden Camp Crame in der Metro Manila ein, und sie wurden von etwa 700 Soldaten geschützt. Marcos befahl loyalen Truppen den Aufstand zu beenden; aber Kardinal Sin appellierte an das Volk über den kathlischen Radiosender Radio Veritas (der Sender wurde zur Stimme der Revolution) den Rebellen Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zu bringen sowie den Truppenbewegungen von Marcos Soldaten gegenüber keine Gewalt anzuwenden.

Hunderttausende folgten dem Appell. In den angespannten Tagen, die folgten, verbündeten sich Priester, Nonnen, normale Bürger und Kinder mit den Waffen der Rebellen und warteten, ohne Gewalt anzuwenden, von Angesicht zu Angesicht vor den Panzern und Maschinengewehren der Regierungstruppen die weitere Entwicklung ab. Viele Soldaten der Regierungstruppen ermüdeten, einschließlich der Besatzungen von sieben Kampfhubschraubern, die am 24. Februar von der ungeheuren Menschenmenge geschockt zu sein schienen, und sie landeten in Camp Crame, um ihre Unterstützung zugunsten des Volkswiderstandes bekanntzugeben. Gewalttätige Konfrontationen konnten verhindert werden. Die philippinische Truppen wollten sich nicht in einen Krieg gegen das eigene Volk hineinziehen lassen.

Obwohl Marcos am 25. Februar zu seiner Amtseinführungszeremonie in den Malacañang Palast einlud, wurde diese von den ausländischen Botschaftern boykottiert (mit einer Ausnahme - in einer offenbar aus Dummheit begangenen Unachtsamkeit erschien der Botschafter der Sowiet Union). Es war für den Marcos Clan das letzte pathetische Hurra. Beraten durch den Senator der Vereinigten Staaten, Paul Laxalt, der enge Beziehungen zu Reagan unterhielt, einen "sauberen Schnitt" zu machen, wurde Marcos davon überzeugt, dass er jeglich Unterstützung der Vereinigten Staaten für ein Arrangement verloren hatte, sich weiter an der Macht zu halten. An dem Abend verließ Familie Marcos den Palast, der für zwei Jahrzehnte ihr Wohnsitz gewesen war, und sie begab sich auf den Weg ins Exil in die Vereinigten Staaten. Manilas Bevölkerung drängte in den Malacañang, um mit eigenen Augen den extravaganten Lebensstil der Marcos Familie anzusehen (einschließlich der hunderte Paare von ungetragenen, teuren Schuhen von Imelda Marcos). Eine fast blutlose Revolution brachte Corazon Aquino in das Amt als siebente Präsidentin der Republik der Philippinen.


Anmerkung der Autoren:

Da die Geschichte "eine Geschichte ohne Ende" ist, sehen wir uns genötigt, die weitere Entwicklung der philippinischen Geschichte zu beobachten. - Sie können davon ausgehen, dass die Geschichte forgeschrieben wird, denn schließlich fehlen noch die geschichtlich relevanten Ereignisse um Corazón Aquino bis Josef Estrada und darüber hinaus.

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