Wirtschaft
Republika g Pilipinas


Volkswirtschaft
Wirtschaftsdaten: Stand Juni 1991
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Internationale Wirtschaftsbeziehungen


Internationaler Handel

Bei der Unabhängigkeit 1946 waren die Philippinen eine Agrarnation, die mit ihrer langjährigen Kolonialmacht eng verknüpft war. Dieses zeigte sich am deutlichsten in den Handelsbeziehungen der beiden Länder. 1950 machte der Wert der Exporte der Philippinen in dei Vereinigten Staaten einzig and allein mit Agrar- und Mineralprodukten im rohen oder nur minimal veredeltem Zustand 65 Prozent des gesamten Exports des Landes aus. Während der ersten zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit blieb die Struktur des Exporthandels relativ stabil.

Die Handelswege jedoch blieben nicht stabil. 1949 wurde 80 Prozent des gesamten philippinischen Außenhandels mit den Vereinigten Staaten von Amerika abgewickelt. Danach aber sank der Anteil der Vereinigten Staaten um den Teil, den Japan hinzugewann. Etwa um 1970 lag der Anteil beider Länder etwa gleich bei 40 Prozent, wobei die Vereinigten Staaten leicht darüber und Japan leicht darunter lagen. Die Muster des Importhandels waren ähnlich, wenn auch nicht so konzentriert. Die Importe der Vereinigten Staaten auf die Philippinen gingen schneller zurück als die Japans zunahmen, so dass die beiden Staaten 1970 zusammen etwa 60 Prozent des Gesamtimports der Philippinen ausmachten. Nach 1970 begannen die philippinischen Exporteure neue Märkte zu erschließen, und auf Seiten der Importe verschoben sich die Ausgaben dramatisch wegen der gestiegenen Roholpreise, auch wenn nicht mehr Erdöl eingeführt wurde. 1988 deckten die Vereinigten Staaten 27 des gesamten philippinischen Außenhandels ab, und Japan lag bei 19 Prozent.

Zur Zeit der Unabhängigkeit und als Vorbedingung eine Wiederaufbauhilfe nach dem Kriege von den Vereinigten Staaten von Amerika zu erhalten, stimmte die philippininsche Regierung eine Reihe von Bedingungen mit dem Ergebnis zu, dass die philippinische Wirtschaft eng mit den Interessen der amerikanischen Geschäftsleute auf den Philippinen verzahnt blieb. Manila versprach, seinen (überbewerteten) Wechselkurs vom Vorkriegsstand von 2 Peso pro Dollar nicht zu verändern und keine Einfuhrzölle für Waren aus den Staaten zuerheben, ohne zuvor die Zustimmung des amerikanischen Präsidenten eingeholt zu haben. Um 1949 war die Situation allerdings unhaltbar geworden. Die Summe der Importe überstiegen bei weitem die Exporte und machten dringend eine Wirtschaftshilfe nötig. So wurden Importbeschränkungen und eine Devisenkontrolle erlassen, die bis in die frühen sechziger Jahre Bestand hatten.

Die Einfuhrbeschränkungen verminderten den Zufluss von Waren aller Art dramatisch. Zwischen 1949 und 1950 fielen die Importe um fast 40 Prozent auf 342 Millionen USD, und sie überstiegen diesen Wert von 1949 nur ein einziges Mal in den ganzen 50er Jahren. Erzwungenermaßen sanken die Importe und die damit verbundenen Dienstleistungen am BSP in den fünfziger Jahren gegen Ende der Dekade auf 10,6 Prozent und erreichten damit gerade das Niveau der Exporte. Doch gegen Ende der 1950er zeigte sich auch, dass die Beschränkungen ihre Effektivität einzubüßen begannen und dass die verfügbaren Auslandsdevisen dringend für Importe benötigt wurden. Somit wurde 1957 ein Zollgesetz verabschiedet, und in den Jahren von 1960 bis Anfang 1962 wurden die Beschränkungen nach und nach aufgehoben. Exporte wie auch Importe nahmen daraufhin schnell wieder zu. 1965 erreichten die Importe einen Anteil am BSP von 17 Prozent. Eine weitere Steigerung der Importe erfolgte in den frühen siebziger Jahren, und dabei erreichten die Importe sogar 25 Prozent vom BSP und dieses Niveau blieb bis 1990 bestehen. Die Importe der 1970er wurden größtenteils mit Auslandsschulden finanziert und weniger mit eigenen Exporten.

Die Art der Importe entwickelten sich nach der Unabhängigkeit in dem Maße, wie die industrielle Entwicklung voranschritt und die Wirtschaftspolitik dieser Entwickung angepasst wurde. 1949 bestanden die Importe zu 37 Prozent aus Verbrauchsgütern. Dieser Anteil sank in der Zeit der Devisen- und Importbeschränkungen während der 1950er Jahre auf etwa 20 Prozent. Ende der 1960er Jahre waren die Importe von Verbrauchsgütern weitgehend durch die Herstellung dieser im eigenen Land ersetzt worden. Dafür nahmen die Importe von Maschinen und Maschinenteile ab den frühen fünfziger jahren um 10 Prozent zu, und diese Prozentzahl wurde Mitte der sechziger Jahre nochmals verdoppelt, da sich das Land angestrengt um die Industrialisierung bemühte. Als Folge der gestiegenen Erdölpreise in den 1970ern verringerten sich sowohl die Importe von Konsumgüter wie auch die von Anlagegütern geringfügig, aber sie verloren nicht an Wichtigkeit.

Egal wie der Handel sich entwickelte, die Philippinen hatten Schwierigkeiten genügend Exportartikel zu produzieren, um ihre Importe bezahlen zu können. In den vierzig Jahren von 1950 bis 1990 war die Handelsbilanz nur zweimal positiv, und das war 1963 und 1973. Für wenige Jahre nach einer kräftigen Geldabwertung in den Jahren 1962 und 1970 bekam die Währung etwas Aufwind, um sich dann wieder unaufhaltsam negativ zu entwickeln. Kostspielige Importe blieben das Problem bis in die späten achtziger Jahre. Zwischen 1986 und 1989 stieg die negative Handelsbilanz um mehr als das Zehnfache von 202 Millionen USD auf 2,6 Milliarden USD. 1990 sorgten geringere Weltmarktpreise für philippinische Erzeugnisse, höhere Produktionskosten und ein Wirtschaftsabschwung in den meisten Volkswirtschaften der philippinischen Hauptabsatzländer dafür, dass die Exporte nur gerade um 4 Prozent anstiegen. Höhere Rohölpreise und kräftige Importe von Anlagegütern, einschließlich von Stromerzeugungsaggregaten, halfen dabei, die Importe um 17 Prozent ansteigen zu lassen, was dazu führte, dass das Handelsdefizit auf über 4 Milliarden USD sprang. Die Reduzierung des Abflusses von Auslandsdevisen wurde zur obersten Priorität der Regierung erklärt.

Eine ganze Serie von Faktoren trugen zu der ziemlich trüben Handelsgeschichte der Philippinen bei. Die Außenhandelszahlen des Landes waren während der meisten Jahre seit 1950 stetig gefallen, so dass am Ende der 1980er Jahre mit einer bestimmte Menge von Exportgütern nur noch 55 Prozent eine ebenso bestimmte Menge von Importwaren eingekauft werden konnte. Ein zweiter Faktor war die ständige Überbewertung des Wechselkurses der philippinischen Währung. Der Peso wurde verschiedene Male abgewertet und fiel von einem Wert von 2 Peso pro US-Dollar vor der Unabhängigkeit auf 28 Peso pro Dollar im Mai 1990. Die Währungsanpassungen hatten jedoch nicht die Exporte stimuliert oder die Importe genügend gebremst, um beide miteinander in Einklang zu bringen.

Ein dritter Umstand war die Handels- und Industriepolitik des Landes, einschließlich der Steuer- und Investitionsanreize. Viele Wirtschaftler wendeten ein, dass diese Politik die Importsubstitutionsindustrien zum Nachteil der exportabhängigen Industrien bevorzugte. Im Jahr 1970 verringerte der Start eines Exportinitiativprogramms und die Eröffnung einer Freihandelszone in Mariveles auf der Halbinsel Bataan die Außenhandelsschräglage geringfügig. Die Exporte der produzierenden Industrie (d. h. elektronische Bauteile, Textil, Kleinindustrie, Chemie, Möbelfertigung und Schuhindustrie) wuchsen schnell an. Weitere Freihandelszonen wurden in Baguio City und auf der Insel Mactan in der Nähe von Cebu eingerichtet. Während der siebziger und frühen achtziger Jahre stiegen die nicht traditionellen Exporte (Waren, die nicht zu den zehn stärksten traditionellen Exportgütern gehörten) zweimal so stark wie der Gesamtexport an. Ihre Exportanteile erhöhten sich von 8,3 Prozent im Jahr 1970 auf 61,7 Prozent im Jahr 1985. Gleichzeitig, als die nicht traditionellen Exporte boomten, fielen die Rohstoffpreise und verminderten den Marktwert der traditionellen Exporte ganz erheblich.

1988 betrug der Wert der nicht traditionellen Exporte 5,4 Milliarden USD und machten 75 Prozent des Gesamtexports aus. Die führenden Industrien unter ihnen, die Elektroindustrie bzw. die Industrie für elektronische Bauteile und die Textilindustrie verdienten 1,5 bzw. 1,3 Milliarden USD. Doch beide Industriezweige hatten auch hohe Importanteile. Der Wert einheimischer Teile an elektrischen und elektronischen Komponenten kam nicht über 20 Prozent des Exportwerts hinaus und bei der Textilindustrie lag der Prozentsatz auch nur knapp doppelt so hoch. Ein anderer, schnell wachsender Exportartikel waren Seefische, besonders Krabben und Garnelen, die 1988 rund 307 Millionen USD einbrachten.

Die Weltbank und ebenso der IWF waren wie viele philippinische Wirtschaftswissenschaftler für die Reduzierung der Einfuhrzoll- und Steuerbeschranken und eine Aufhebung der Importbeschränkungen eingetreten. Diejenigen aber, die sich in der Importsubstutionsfertigung engagierten, werten sich gegen jede Reduzierung. Sie fürchteten, dass sie nicht erfolgreich gegen Importe konkurrieren konnten, wenn erst die Zollschranken gelockert wurden.

In den frühen 1980ern handelte die philippinische Regierung mit der Weltbank eine Vereinbarung aus, die Zölle um ein Drittel zu mindern und die Importbeschränkungen für etwa 3.000 Artikel in einem Zeitraum von 5 bis 6 Jahren aufzuheben. Die Bank ihrerseits stattete die Philippinen mit einem Finanzierungskredit über 150 Millionen USD und einem zusätzlichen Strukturanpassungskredit in Höhe von 220 Millionen USD aus, um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten, während die Zollmauer abgebaut werden sollte. Ungefähr zwei Drittel der Maßnahmen waren bereits umgesetzt, als die Vereinbarung aufgrund der einsetzenden wirtschaftlichen und politischen Krise, die im August mit dem Anschlag auf den früheren Senator Benigno Aquino 1983 begann, gestoppt wurde.

In einer Verhandlung vom Oktober 1986 mit dem IWF stimmte die Aquino Regierung zu, die Importüberwachung zu liberalisieren und die quantitativen Beschränkungen für 1.232 Einzelposten zum Ende des Jahres 1988 aufzuheben. Der Vertrag wurde für alle 303 Produkte abgeschlossen und von denen 180 Anlage- und Kapitalgüter betrafen. Die Vereinbarung sah für diese Produkte eine Frist bis zum Mai 1988 vor. Die Liberalisierung wurde in einigen Fällen ad adsurdum geführt, da die Zölle in dem Maße angehoben wurden, wie die quantitativen Beschränkungen aufgehoben wurden.

Eine Steuer- und Zollreform wurde nochmals im Juni 1990 vom Finanzminister Jesus Estanislao angeregt, und nach einem Machtkampf innerhalb des Kabinetts, unterschrieb Aquino am 19. Juli 1990 schließlich die Gesetzesvorlage Nr. 413, die das Gesetz auf den Weg ins Parlament bringen sollte. Der Zollabgabentarif sollte vereinfacht werden, die Anzahl der Steuersätze war auf vier Stufen, die von drei bis dreißig Prozent reichten, zu beschränken. Doch schon im August 1990 überzeugten einige Geschäftsleute Präsidentin Aquino erfolgreich, das Steuer- und Zollreformpaket nochmals für weitere sechs Monate aufzuschieben.


Investitionen aus dem Ausland

Die Teilnahme von Ausländern am philippinischen Wirtschaftsleben war schon während des ganzen zwanzigsten Jahrhunderts ein kontroverses Thema. Die Commonwealth Verfassung von 1935 einhielt bereits mehrere Passagen, welche die Branchen einschränkten, in denen Nicht-Filipinos wirtschaftliche Aktivitäten entwickeln konnten. Tätigkeiten von öffentlichem Interesse, Ausbeutung natürlicher Resourcen und Eigentum von Land war auf Filipinos oder auf von Filipinos geführten Gesellschaften beschränkt. Die Kontrolle über das Bank- und Kreditwesen war auf Filipinos begrenzt, welche die Bedingungen des Allgemeinen Bankengesetzes von 1948 erfüllten, und das Einzelhadels-Nationalisierungsgesetz von 1954 schränkte das Eigentum von Einzelhandelsgeschäften ebenfalls allein auf Filipinos ein. In ganz speziell genannte Bereiche konnten Ausländer ausnahmsweise nur über Joint Ventures zusammen mit Filipino Anteilseignern investieren. Gerichtsentscheidungen veränderten etwas die Interpretationen restriktiver Maßnahmen, wie sie beispielsweise Marcos während der Zeit des Kriegsrechts erließ, aber die grundsätzlichen Einschränkungen blieben unberührt und wurden in der 1987er Verfassung nochmals bestätigt. Zwang auf Ausländer, die als Nicht-Filipinos auf den Philippinen ihren Wohnsitz hatten, wurde ebenfalls ausgeübt. Die 1987er Verfassung zum Beispiel enthält einen Passus, der dem aus der 1935er Verfassung sehr ähnelt und wonach ein Staatsbürger durch Geburt so definiert wird, dass dieser zumindest entweder einen philippinischen Vater oder eine philippinische Mutter haben muss. Die Sicherheits- und Überwachungskommission verfügte 1990, dass Firmen, die sich in Branchen der Wirtschaft betätigen, die zumindest teilweise verstaatlicht sind , keine Nicht-Filipinos in Geschäftsleitungsfunktionen beschäftigen dürfen. Eine Liberalisierung der Vorschriften, die Investitionen von Ausländern nur auf bestimmte Teile der Wirtschaft begrenzen, sollte vom Kongress ursprünglich schon 1991 vorgenommen werden.

Trotz der gesetzlichen Beschränkungen spielten die ausländischen Investitionen eine gewichtige Rolle in der Entwicklung der Wirtschaft auf den Philippinen. 1948 waren 50 Prozent der Firmen in der herstellenden Industrie, im Handel und im Bergbau im ausländischen Eigentum und bei der Stromversorgung waren es sogar 80 Prozent. Um 1970 jedoch war der ausländische Anteil in der herstellenden Industrie, im Handel und im Bergbau auf 40 Prozent gefallen, und stetig abnehmende ausländische Investitionen verblieben in den Betrieben. Unvollständige Daten der frühen achtziger Jahre wiesen darauf hin, dass Ausländer noch etwa 30 Prozent der 1,000 größten philippinischen Unternehmen gehörten. Statistiken der Zentralbank berichteten von finanziellen Zuflüssen ohne die Abflüsse zu berücksichtigen, und sie wiesen für 1970 bis 1988 eine Gesamtzufluss von 2.9 Milliarden USD aus. Die Hälfte davon floss der herstellenden Industrie zu, wobei Chemie und Nahrungsmittel bevorzugt wurden, und 24 Prozent wurde in die Erdölverarbeitung investiert. Weitere 12 Prozent gingen in das Bank- und Finanzierungswesen und der Rest verteilte sich auf andere Wirtschaftszweige.

Firmen aus den Vereinigten Staaten waren stets die größten Investoren auf den philippinen. Wegen der kolonialen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den Philippinen und den nachkolonialen Vereinbarungen, welche die geschäftlichen Interessen der Staaten schützten, unterlagen US-Bürger nicht den philippinischen Beschränkungen bezüglich ausländischer Investitionen bis 1974. Eine Untersuchung der Regierung zeigte, dass 1970 etwa 80 Prozent der ausländischen Investitionen in 900 der 1.000 größten Firmen von Amerikanern getätigt wurden. Ende der achtziger Jahre waren die Vereinigten Staaten immer noch der größte Investor, obwohl ihre domonierende Position stark geschmolzen war. Gemäß den Statistiken der Zentralbank betrugen die Neuinvestitionen der Vereinigten Staaten zwischen 1970 undv 1988 insgesamt 1,6 Milliardenn USD, und sie lagen damit mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtinvestitionen aller anderen Länder zusammen. Japan war der zweitgrößte Investor mit 396 Millionen USD, was ungefähr 14 Prozent entsprach. Der Zentralbankbericht von 1989 wies eine Summe von 310 Millionen USD ausländischer Investitionen aus. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren mit 68,8 Millionen USD wieder der größte Investor, gefolgt von Japan mit 51,9 Millionen USD. Auch wichtig waren Hongkong mit 16,9 Millionen USD, die Niederlande mit 15,6 Millionen USD und Taiwan mit 14,7 Millionen USD.

Obgleich es ausländischen Investoren nach der philippinischen Verfassung verboten war, landwirtschaftlich genutzten Boden zu besitzen oder zu pachten, betätigten sich 1985 mindstens 124 internationale Agrarproduzenten auf den Philippinen, von denen sich auf der südlichen Insel Mindanao 58 direkt mit dem Anbau von Feldfrüchten beschäftigten. Seit in den frühen 1920er Jahren die "Del Monte Corporation" ihre Ananasplantage in Bukidnon in Nord-Mindanao aufgebaut hatte, stieß noch B.F. Goodrich hinzu, und 1950 kam zudem Goodyear Reifen hinzu. "Castle & Cooke" erschien 1960 und baute eine eine Ananasplantage in der Provinz Süd-Cotabato auf. Die philippinische Regierung erleichterte die Investitionen für ausländische Firmen bezüglich Plantagen mittels der staatlichen "Nationalen Entwicklungsgesellschaft", die das Land erwarb unsd es den Investoren verpachtete. Ausländischen Firmen gelang es auch, an Land heranzukommen, indem man zunächst Anbauvereinbarungen mit den Landeigentümern schloss, die dann schrittweise in gegenseitigem Einverständnis so geändert wurden, dass den Firmen direkt der Anbau übertragen wurde. Derartige Vereinbarungen verursachten allerdings recht kontroverse Diskussionen.

In der späten 1980er Jahren wurde Ananas direkt von Tochtergesellschaften der Firmen "Del Monte" und "Castle & Cooke" sowie "Dole" angebaut. Zusammen bestanden diese Plantagen im Jahr 1987 aus rund 21.400 Hektar. Diese multinationalen Firmen produzierten zusammen mit einer weiteren Firma, den "United Brands", die fast ausschließlich nach Japan erxportierte, Bananen. Produktionsvereinbarungen in der Bananenindustrie waren wesentlich schwerer zu erreichen als in der Ananasindustrie, denn sie bedurften ebenso der Marketingverträge mit vielen heimschen Agrarfirmen und mit kleinen Pflanzern wie auch direkter Anbaugenehmigungen. Die genannten Firmen kontrollierten Ende der achtziger Jahre etwa 5.000 Hektar Boden, auf dem Bananen angebaut wurden. 1988 erzielte der Bananenexport 146 Millionen USD und der von Ananas in Dosen 83 Millionen USD.


Auslandsschulden

Am 17. Oktober 1983 erklärten die Philippinen, dass sie sich außerstande sahen, die Verpflichtungen aus dem Schuldendienst für ihre Auslandsschulden in Höhe von 24,4 Milliarden USD zu erfüllen, und man bat bezüglich der Zahlungen um ein 90tägiges Moratorium. Danach erfolgten sogleich Bitten, das Moratorium zu verlängern. Diese Aktion zeigte den Klimax der zunehmenden Schwierigkeiten über den Zustand der Zahlungsbilanz. Die Entwicklung der Philippinen während der 1970er Dekade war nur durch die extensive Aufnahme von Krediten am internationalen Geldmarkt möglich gewesen. Zwischen 1973 und 1982 war die jährliche Verschuldung des Landes durchschnittlich um 27 Prozent gestiegen. Obwohl Kredite von Regierungen zu Regierungen und Darlehen bei internationalen Institutionen, wie der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank wesentlich billiger angeboten worden waren, stiegen die Kreditraten von Geschäftsbanken unaufhörlich weiter. Allein 1982 hatte man 3,5 Milliarden USD an Zinsen zu zahlen, was ungefähr die Neuaufnahme an Auslandsschulden für dasselbe Jahr entsprach und damit größer war, als es die Gesamtschulden noch 1970 gewesen waren. Im nächsten Jahr, 1983, überstiegen die Zinszahlungen bereits den Nettozufluss von Kapital um rund 1,85 Milliarden USD. In Verbindung mit dem Abschwung der Weltwirtschaft, der steigenden Zinsen, einem heimischen Finanzskandal, der dadurch ausgelöst wurde, indem ein Geschäftsmann aus dem Land floh und Schulden in Höhe von ungefähr 700 Millionen Pesos zurückließ, mit der sich ausbreitenden Unruhe aufgrund der Exzesse des Marcos Regimes und der politischen Krise, die nach dem Attentat auf Aquino folgte, wurde die Schuldenlast untragbar.

Die Philippinen hatten sich zuvor, 1962 und 1970, dem IWF zugewandt, als sie bereits schon einmal in Zahlungsschwierigkeiten geraten waren. So tat man es 1882 wieder. Es wurde eine Vereinbarung im Februar 1983 über einen Notkredit erzielt, der weitere Kredite der Weltbank und internationaler Geschäftsbanken in Aussicht stellte. Weitere Verhandlungen wurden unmittelbar nach der Moratoriumserklärung der philippinischen Währungshüter gegenüber dem IWF aufgenommen. Die Situation verschärfte sich, als ans Licht kam, dass die Philippinen ihre Schulden um etwa 7 bis 8 Milliarden USD unterschätzt und ihre Auslandsdevisenrücklagen um rund 1 Milliarde USD überschätzt hatten, und das stand im Widerspruch zu der Vereinbarung vom Februar 1983 mit dem IWF, in dem eine schnelle finanzielle Hilfe zugesagt worden war. Eine neue Standby-Vereinbarung konnte erst im Dezember 1984 erreicht werden, was mehr als ein Jahr nach Erklärung des Moratoriums war. Zwischenzeitlich war es nahezu unmöglich, zusätzliche, ausländische Kredite zu erhalten.

In jeder dieser Vereinbarungen mit dem IWF stimmten die Philippinen gewisse Bedingungen zu, um sich zusätzliche Geldquellen zu erschließen. Man war mit der Abwertung des Pesos einverstanden, man versprach die Liberalisierung von Importbeschränkungen, und man wollte die inländischen Kredite beschränken (damit begrenzte man den Geldzuwachs und musste die Zinssätze anheben). Die Anpassungsmaßnahmen, die der IWF im Dezember 1984 forderte, waren hart, und die Wirtschaft reagierte dementsprechend. Doch wegen der wirtschaftlichen Probleme sah die Regierung keine andere Möglichkeit, als zuzustimmen. Für das folgende Jahr wurden Zahlungsziele vereinbart, und die Zahlungsbilanz im fikalischen Jahr 1986 war zum ersten Mal in der gesamten Dekade positiv. Aber zu welchen Kosten? Die Zinssätze lagen um die 40 Prozent, und das reale BSP war in den Jahren 1984 und 1985 um 11 Prozent gesunken. Die schreckliche wirtschaftliche Situation trug zweifellos auch zu Aquinos Wahlsieg bei der Präsidentschaftswahl im Februar 1986 bei.

Als Marcos Ende des Monats in die Vereinigten Staaten floh, waren die Auslandsschulden der Philippinen auf über 27 Milliarden USD angewachsen. Das größte Problem des Landes bestand darin, den Schuldendienst zu bedienen. Eine Reduktion der Schuldenlast war nicht mehr das Thema. Die Bedienung der Schulden, 1986 waren es über 3 Milliarden USD, belastete sowohl die Exportprofite des Landes wie die Möglichkeit, auch einen möglichen Zahlungsbilanzüberschuss zu erzielen. Technokraten der "Nationalen Wirtschafts- und Entwicklungsbehörde" empfahlen, ein weiteres Moratorium zu erklären, und dieses Mal sollten es mindestens zwei Jahre sein, um dem Land etwas Zeit zum Durchatmen zu geben. Die nötigen Maßnahmen wurde dem Kongress 1986 unterbreitet, wie man in den folgenden Jahren beabsichtigte, den jährlichen Schuldendienst zu bedienen. Doch die Aquino Regierung und die Zentralbank widerstanden der Versuchung und versuchten stattdessen, mit den Kreditoren des Landes kooperative Vereinbarungen zu treffen.

Einige der Schulden des Staates und der staatlich verbürgten Verbindlichkeiten waren unter äußerst fragwürdigen Umständen zustande gekommen, und es gab nachdrückliche Forderungen nach Untersuchungen, dass sich diese als betrügerisch herausstellen konnten. Im November 1990 präsentierte die "Freedom from Debt Coalition" (Freiheit von Schulden-Koalition), eine nichtstaatliche Organisation, die Ergebnisse ihrer Recherchen bezüglich sechs potentiell betrügerischer Kredite, die sich auf 4 bis 6 Milliarden USD beliefen. Der größte unter ihnen, ein 2,5 Milliarden USD Kredit zur Errichtung des Bataan Atomkraftwerks, wies deutliche Hinweise auf Gesetzesverstöße bezüglich der Angebotsabgabe, der Ausschreibung, der Preisgestaltung und Schmiergeldzahlungen auf. Die Aquino Regierung reichte daraufhin eine Zivilklage vor einem amerikanischen Gericht gegen den Westinghouse Konzern ein. Es war der Konzern, mit dem die Marcos Regierung den Vertrag geschlossen hatte, das Atomkraftwerk zu bauen. Aber dennoch fuhren die Philippinen fort, obwohl der Fall dem Gericht zur Entscheidung vorlag, die Zinszahlungen für das Kraftwerk in Höhe von 300.000 USD täglich zu begleichen. Als Reaktion auf die Ergebnisse der Koalition äußerte die Präsidentin lakonisch, das Land dachte nicht daran, betrügerische Kredite zu bedienen, und diese Aussage wurde in der öffentlichkeit als wichtigste Änderung ihrer Politik interpretiert.

Regierungsunterhändler verhandelten hauptsächlich mit drei Gläubigergruppen in ihren Bemühungen, die Last des Schuldendienstes zu reduzieren. Die erste und in einer gewissen Weise die wichtigste Gruppe war der IWF, denn eine Einigung mit ihm war unbedingt nötig, auch mit den anderen Kreditoren ein Arrangement treffen zu können. Die zweite Gruppe war der "Club von Paris", eine informelle Organisation offizieller Kreditoren. Die dritte Gruppe waren die Gläubiger von Handels- und Geschäftsbanken, die sich 1990 auf ca. 330 summierten. Die Verhandlungen mit den Banken fanden mit einem zwölfköpfigen Bankberaterkomitee statt, welchem der Manufacturer Hanover Trust vorsaß.

Die Standby-Vereinbarung, welche die Marcos Regierung 1985 mit dem IWF ausgehandelt hatte, wurde kurz nach Aquinos Amtsantritt gekündigt. Die vereinbarten Absprachen waren aufgrund steigender Staatsausgaben und der Zunahme der Geldmenge, die wild ausgeufert war, als die Regierung sich verzweifelt bemühte, die 1986er Wahlen für sich zu entscheiden, keineswegs eingehalten worden. Zudem hatte die Regierung noch gewünscht, ein mehr wachstumsorientiertes Abkommen auszuhandeln. Eine Vereinbarung über die Rückzahlungsbedingungen über insgesamt 506 Millionen Kredite wurden acht Monate später, im Oktober 1986, erzielt. Im Januar 1987 wurde eine Übereinkunft mit dem "Club von Paris" über eine Laufzeit von zehn Jahren erreicht, die eine fünfjährige Schonfrist beinhaltete, und danach sollten Kredite über 870 Millionen USD 1987 und in der ersten Hälfte 1988 zurückgezahlt werden. Der Abschluss mit dem IWF gab auch neue Kredite über 350 Millionen USD einiger Geschäftsbanken frei, die eingefroren waren, seit die vorherige Vereinbarung mit dem IWF 1986 gekündigt worden war. Im März 1987 kamen die Philippinen und das zwölfköpfige Bankberaterkomitee zu einer Übereinkunft über die Umschuldungsbedingungen von 13,2 Millionen USD Schulden bei Geschäftsbanken und über eine Senkung der Schuldzinsen. Jedoch wurde die Ratifizierung der Übereinkunft verschoben, da eine Gruppe, die von der britischen Barclays Bank geführt wurde, forderte, die philippinische Regierung sollte die Bürgschaft eines 57 Millionen USD Kredits des privaten Düngemittelherstellers Planters Products übernehmen. Eine endgültige Einigung konnte bis Dezember 1987 nicht erreicht werden.

Eine zweite Verhandlungsrunde wurde 1989 eingeleitet. Der "Club von Paris" gab einen 2,2 Millionen USD Kredit frei, der zwischen September 1988 und Juni 1990 zur Auszahlung kommen sollte. Der IWF und und die Vereinbarung mit den Geschäftsbanken gestattete den Philippinen, ab Beginn 1990 ein Dreipunkteprogramm nach den Richtlinien des Brady Plans einzuleiten. Danach sollte die Regierung erstens Fonds der Weltbank, des IWFs und ähnlicher Quellen nutzen, Staatsschulden über 1,31 Millionen USD von Privatbanken zurückzukaufen und sie auf dem freien Markt mit einem 50prozentigen Diskont zu veräußern, wodurch sich die Schulden des Landes um 650.000 USD verringerten, und in diesem Prozess reduzierte sich ebenfalls die Anzahl der Gläubiger von 483 auf 330. Zweitens sollten fällige Schulden zwischen 1990 und 1994 neu datiert werden, und außerdem unterschrieben etwa achtzig Banken Verträge für Kredite über 700 Millionen USD.

Im Juli 1990 wurde berichtet, der IWF hatte die philippinischen Wirtschaftspläne geprüft und sie ab Oktober 1989, als die Kreditvereinbarung getroffen worden war, bis zum März 1990 für "vielversprechend" befunden. Im September jedoch hatte sich die Lage wieder völlig verändert. Vereinbarte Absprachen waren in Anbetracht des Defizits der Regierung, der negativen Handelsbilanz und der schwindenden Devisenreserven des Landes nicht befolgt worden. Als Konsequenz weigerte sich der IWF, die September-Tranche (Einrichtung von Fonds) zugunsten der Philippinen freizugeben. Darum kündigten die Philippinen die Standby-Vereinbarung von 1989 und traten in neue Verhandlungen mit dem IWF ein. Eine neue Übereinkunft wurde für Anfang 1991 angekündigt. Sie sollte ein Dreijahrespaket von Krediten über die Gesamtsumme von 375 Millionen USD umfassen, und damit beinhaltete dieser Vertrag nur etwa ein Drittel von dem, was mit dem 1,17 Milliarden USD Kredit im vorherigen September ausgehandelt worden war. Unter anderem forderte diese Einigung zudem, die Philippinen sollten steuerliche Anpassunhgsmaßnahmen (Steuererhöhungen) bis Ende August 1991 durchgeführt haben.

Infolge der Unfähigkeit des Landes, die Standby-Vereinbarungen vom September zu erfüllen, weigerten sich die Geschäftsbanken im Februar 1991 die letzte Rate über einen 115 Millionen USD Kredit freizugeben, der insgesamt 706 Millionen USD betrug und damit der ausgehandelten Kreditlinie von 1990 entsprach. Bei einem Treffen mit philippinischen Regierungsvertretern lehnte es das Bankberaterkomitee ebenfalls ab, weiter über einen Fonds von 500 Millionen USD zu verhandeln. Im Februar 1991 ließ die philippinische Regierung auch verlauten, dass man den "Club von Paris" um einen Aufschub von 1 Milliarde USD Schulden bitten wollte, die vom 30 Juni 1991 bis zum 31. Juli 1992 fällig wurden. In dem Versuch die Risiken des Staates zu mindern, Kredite bei Geschäftsbanken aufnehmen zu müssen, zeigten die Philippinen im Februar 1991 an, zugünftig stärker die Weltbank und die "Asiatische Entwicklungsbank" zur Kofinanzierung heranziehen zu wollen, und dafür wollte die philippinische Regierung die Möglichkeit von der Bitte um Zahlungsaufschüben aufgeben.

Alle Bemühungen, die Auslandsschulden zu verringern, bedeutete, den Mut aufzubringen, direkt in die Wirtschaft zu investieren. Im August 1986 initiierten die Philippinen einen Schuldenkonversationsprogramm, welches potentiellen Investoren erlaubte, sich des philippinischen Schuldeninstrumentariums zu bedienen und Devisen in philippinische Pesos zu tauschen, um diese dann in der philippinischen wirtschaft zu investieren. Weil der Wert der Schulden auf dem "Zweiten Markt" beträchtlich geringer als der Nominalwert war (ungefähr die Hälfte), konnten Investoren somit den Peso zu einem günstigen Diskontsatz erwerben.

Der größte Teil der abzulösenden Schulden wurden von der Zentralbank verwaltet, welche die Pesos, um die Schulden abzulösen, in Form der Ausgabe von neuem Geld beschaffte, und das hatte inflationäre Konsequenzen. Aus diesem Grund wurde dieses Programm im April 1988 wieder eingestellt. Bis zu dem Zeitunkt war eine Reduktion der Schulden um 917 Millionen USD erfolgt. Andere Programme folgten, die sowohl zum Vorteil der Philippinen als auch zum Abbau der Schulden beitrugen. Die Schuldenreduzierung, so wurde argumentiert, brachte einen beträchtlichen Zuwachs an Investoren, aber sie kostete auch mehr in Dollar als sie in Pesos einbrachte. Wenn die Investitionen ohne den Umtausch erfolgt wären, wären viele Subventionen nicht nötig gewesen. Außerdem ein erheblicher Anteil der Konvertierung schien durch Filipinos erfolgt zu sein, die ihren Reichtum wieder zurück ins Land transferiert hatten. Kritiker fragten, ob die, die sich an der Kapitalflucht beteiligt hatten, jetzt auch noch dafür belohnt werden sollten, ihren Reichtum zurück auf die Philippinen zu bringen. Es kam auch die Frage der Arbitragemöglichkeiten (Ausnutzung der Kursunterschiede) durch "Round Tripping" (das Geld um die Welt laufen lassen) auf, wobei sich Investoren nit Pesos an der Kapitalflucht beteiligt hatten, um an ausländische Devisen zu gelangen, die sie jetzt wieder benutzt hatten, um sie gegen noch mehr Pesos einzutauschen. Alternativ dazu konnte sich jemand mit Dollars beteiligen und diese erworbenen Pesos auf dem "Zweiten Markt" wieder zurück in Dollars tauschen. Obwohl die Regierung einige Vorschriften über die Dauer der Investitionen erließ, war das Programm in Gefahr, abgelehnt zu werden. Nichtsdestoweniger beschloss die Regierung das Programm im Dezember 1990 mit einer Schuldverschreibung über 7 Millionen USD. Das Programm, so wurde später berichtet, hatte dazu beigetragen, den Inflationsdruck etwas verringert zu haben.

Im März 1991 kamen philippinische Regierungsvertreter auf das Thema "Vergebung" oder Schuldenerlass zu sprechen, was die philippinischen Schulden gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika anbelangte. Man bat die Vereinigten Staaten darum, die Philippinen gleich Ägypten und Polen zu behandeln. Die Vereinigten Staaten lehnten dieses Ansinnen ab und wiesen darauf hin, dass die Schulden von Polen in Höhe von 33 Milliarden USD und die von Ägypten in Höhe von 48 Milliarden USD aus offizieleln Quellen herrührten, während 20 Prozent der philippinischen Staatsschulden durch Kredite von Geschäftsbanken stammten.

Die Aquino Regierung wandte viel Zeit und noch mehr Mühen auf, mit den verschiedenen Gläubigern darüber zu verhandeln, die Zinssätze herabzusetzen, die Schulden des Landes umzuschichten und den Druck der Schulden zu mindern. Eine ganze Anzahl von innovativen Plänen wurde begonnen und noch mehr wurden diskutiert. Es war aber ein Prozess, der nur bedeuten konnte, man saß fest und wusste nicht weiter. Die Summe der Auslandsschulden belief sich im Juni 1990 auf 26,97 Milliarden USD, und sie waren damit nahezu ebenso hoch wie Ende 1985, als sie 26,92 USD betrugen und kurz bevor Aquino die Regierungsverantwortung übernommen hatte. Der Schuldentilgungsdienst änderte sich auch nur geringfügig, denn 1985 waren es 2,57 Milliarden USD und 1990 auch nur 2,35 Milliarden USD. Der Druck auf Rückzahlungen blieb erhalten. Das geringe Wachstum der philippinischen Wirtschaft jedoch verursachte die Auswirkungen der Auslandsschulden am BSP und dessen Absenkung von 83,5 im Jahr 1985 auf 65,2 im Jahr 1989, wohingegen der Schuldendiesnst des Exports im selben Zeitraum von 32,0 auf 26,3 fiel. Der vorgesehene Schuldentilgungsplan vom September 1990 besagte den Anstieg der Zahlungen vom 2,35 Milliarden USD im Jahr 1990 auf 3,25 Milliarden USD im Jahr 1995, und bis 1999 sollten sie wieder auf 2,08 Milliarden USD abgesenkt werden können.


Entwicklungshilfe

Die offizielle Entwicklungshilfe schließt Bürgschaften und Kredite zu annehmbaren Zinsen von offiziellen Gebern, die sowohl bilateral als auch multilateral (z. B. die Weltbank oder die "Asiatische Entwicklungsbank") sein können, ein. Zum Beginn der Unabhängigkeit bestand 90 Prozent der Hilfe aus bilateralen Bürgschaften und die fast ausnahmslos aus den Vereinigten Staaten von Amerika kamen. Doch in den 1960ern entwickelte sich eine zunehmende Entwicklungshilfe multilateraler Organisationen und aus Japan, wobei 85 bis 90 Prozent in Form von Krediten vergeben wurde. Während der 1970er und 1980er wurden an Vorhaben gebundene Kredite die dominierenden Hilfen von allen Geberländern und gebenden Organisationen, und sie deckten bis zu 80 Prozent der gesamten Entwicklungshilfe ab.

Nach Aquinos Amtseinführung als Präsidentin 1986 stieg die Entwicklungshilfe in erster Linie aus den Vereinigten Staaten, aus Japan, von der Weltbank und von der "Asiatischen Entwicklungsbank". Während der ersten drei Jahre von Aquinos Regierungszeit, 1986 bis 1988, stiegen die projektgebundenen Kredite um 60 Prozent gegenüber den letzten drei Jahren (1983 bis 1985) der Marcos Regierung von einem durchschnittlichen Betrag von 764 Millionen USD auf 1,233 Milliarden USD pro Jahr. Die Bürgschaftsvereinbarungen stiegen zudem noch weit mehr und sprangen um 150 Prozent in die Höhe von durchschnittlich 195 Millionen USD auf einen Durchschnitt von 486 Millionen USD.

Im November 1987 forderte eine kleine, vierköpfige Gruppe des amerikanischen Kongresses eine große Entwicklungshilfeinitiative, eine Art "Mini-Marshall-Plan", um den Philippinen zu helfen, die manigfaltigen Wirtschaftsprobleme, die durch die Trägheit des Marcos Regimes entstanden waren, zu lösen und das Land bei einer Wirtschaftsreform zu unterstützen, um so auf den Philippinen wieder die Demokratie zu sichern. Der Vorschlag sah eine zusätzliche Hilfe von 5 Milliarden USD über einen Zeitraum von 5 Jahren vor, und sie sollte von einem zusätzlichen Anstieg privater Investitionen begleitet werden. Zu der Zeit, als dieser Plan veröffentlicht wurde, war die Summe multilateraler Hilfsinitiativen bereits auf 10 Milliarden USD gestiegen und wurde hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, zu gleichen Teilen von den Vereinigten Staaten und von Japan getragen.

Auf Bitte Japans wurde die multilaterale Entwicklungshilfeinitiative, die auch "Philippinischer Hilfsplan" genannt wurde, unter die Kontrolle einer Beratergruppe, einer Gruppe internationaler Agenturen und Staaten, gestellt, die sich 1971 auf Bitte von der Marcos Regierung hin gebildet hatte und der die Weltbank vorstand, um die einzelnen Hilfsprogramme auf den Philippinen zu koordinieren. Die multilaterale Hilfsinitiative hatte die Aufgabe, den zunehmenden Strom von Hilfsgeldern auf die Philippinen, der in den ersten zwei Jahren nach Marcos Flucht ins Land floss, zum Wohl des Landes zu steuern.

Die erste Sitzung der multilaterale Entwicklungshilfeinitiative fand vom 3. bis 5. Juli 1989 in Tokio statt, und sie endete mit einer Übereinkunft von 2,8 Milliarden Entwicklungshilfegeldern, und zusätzlich erließ Japan den Philippinen nochmals 600 Millionen USD Schulden. Auf den Philippinen wurde diese Erweiterung "zusätzlicher" Hilfen als Maßnahme internationaler Unterstützung für das Aquino Regime gewertet. Das Land hatte 1988 Zusagen über 2,4 Milliarden USD Entwicklungshilfegelder erhalten. Die vorliegenden Zahlen und die Erwägungen über Hilfsprojekte waren die Themen der Gespräche zwischen den Philippinen und den potentiellen Gebern, und die Schätzungen über die Einrichtung neuer Fonds aufgrund der Ergebnisse von Tokio reichten von 250 Millionen USD bis hin zu 1,5 Milliarden USD und sogar darüber hinaus auf 3,4 Milliarden USD. Doch die Regierung wurde auch kritisiert und gescholten, da man befürchtete wieder neue Fonds einrichten zu müssen.

1990 gab es keine Sitzung über Entwicklungshilfe, da der IWF die Vereinbarung vom März 1990 gekündigt hatte. Erst am 25. und 26. Februar 1991 fand ein weiteres Treffen in Hongkong statt, und dieses einigte sich über eine Gesamthilfe von 3,3, Milliarden USD. Die philippinische Regierung hatte zwar verlauten lassen, dass der volle Betrag nach der Sitzung von Tokio zur Verfügung stand, aber zu dem Zeitpunkt waren es gerade einmal 839 Millionen USD. Vertreter von Geberstaaten drückten in der Sitzung von Hongkong aus, dass sie nachhaltig dafür eintraten, endlich die wirtschaftspolitischen Maßnahmen einzuleiten, welche die Aquino Regierung mit dem IWF ausgehandelt hatte, und man beschwerte sich auch darüber, dass der Kongress sich offensichtlich unwillig zeigte, die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Der Nachdruck und der feste Wille, mit denen die internationale Politik der Philippinen gerügt wurde, wies unmissverständlich darauf hin, dass die Geberländer zwar hofften, die Philippinen würden ein wirksames Wirtschaftsprogramm auflegen, aber sie zeigten sich darüber auch sehr besorgt, dass man es doch nicht schaffte.


Politische und wirtschaftliche Bedeutung der US Militärbasen

Anfang 1991 begann die philippinische Regierung Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Zukunft der US Marinebasis von Subic Bay und des Luftwaffenstützpunktes Clark Airbase. Was normalerweise ein Thema der Außenpolitik und der nationalen Sicherheit war, wurde zum größten innenpolitischen Thema hochstilisiert und nahm wirtschaftliche Dimensionen ungeheurer Tragweite an. Auf innenpolitischer Ebene bestand ein Konflikt zwischen denen, die argumentierten, dass eine Fortsetzung der Präsenz der Vereinigten Staaten eine Einschränkung der Souveränität und folglich eine Fortsetzung neokolonialistischer Beziehungen war, und denen, die in der Kombination aus interner Sicherheit, aufgrund guter Auslandsbeziehungen und aus wirtschaftlichen Erwägungen die Notwendigkeit sahen, die Stützpunkte zu erhalten. Präsidentin Aquino vermied es das ganze Jahr 1990 über, in der Öffentlichkeit eine eindeutige Position einzunehmen, aber es war klar, ihre Regierung arbeitete daran, eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten zu treffen. Je weiter die Verhandlungen voranschritten, desto wichtiger wurden die wirschaftlichen Aspekte.

Es gab drei wirtschaftliche Erwägungen aus Sicht der philippinischen Regierung. Erstens war der Anteil im philippinischen Haushalt, der für Militärausgaben aufgewandt werden musste, am geringsten in der gesamten Region, was auf die Anwesenheit der amerikanischen Luft- und Marinestreitkräfte zurückzuführen war und was auch direkte militärische Hilfe bedeutete. Zweitens waren in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die Anzahl der Filipinos, die unmittelbar und mittelbar durch Zulieferer von Dienstleistungen und Güter durch die Militäreinrichtungen Beschäftigung und Arbeit gefunden hatten von 42.000 auf 68.000 Menschen gestiegen, und außerdem belief sich während dieser Zeit das jährliche Einkaufsvolumen für Waren und Dienstleistungen für die philippinische Wirtschaft, wobei der Importwert der eingekauften Waren korrigiert wurde, in einem Bereich von 6,0 bis 8,3 Milliarden Pesos.

Ein dritter und politisch sehr relevanter Punkt war die Summe, die den Philippinen von den Vereinigten Staaten in Verbindung mit der Präsenz gezahlt wurde und welche die Vereinigten Staaten als Hilfe verstanden während die Filipinos sie als Pacht betrachteten. Zahlungen für die Stützpunkte waren erst 1979 vereinbart worden, als der amerikanische Präsident Jimmy Carter sich dafür "stark machte" vom Kongress eine wirtschaftshilfe von 500 Millionen USD für die Philippinen über einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigt zu bekommen. 1983 wurde eine neue Vereinbarung über fünf Jahre getroffen, und dieses Mal waren es 900 Millionen USD. Im Oktober 1988 unterzeichneten die Außenminister der Philippinen, Raul Manglapus und der Vereinigten Staaten, George Schultz, ein Zweijahresabkommen über die Zahlung von 962 Millionen USD. Dieser Betrag war mehr as doppelt so hoch wie die vorherigen Zahlungen und beträchtlich geringer, als sie die Philippinen ursprünglich gefordert hatten, nämlich 2,4 Milliarden USD. 1991 fanden noch weitere Gespräche über die Zukunft der Militärbasen der Amerikaner statt, aber letzlich scheiterten alle an den unverschämt hohen Forderungen der philippinischen Regierung, und sie endeten damit, dass man übereinkam, die Amerikaner verließen das Land bis spätestens im darauf folgenden Jahr, also 1992.

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