Wirtschaft
Republika g Pilipinas


Volkswirtschaft
Wirtschaftsdaten: Stand Juni 1991
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Wirtschaftsplanung und -politik


Allgemeines

Die Philippinen hatten traditionell in beidem, sowohl in der Politik wie auch in der Praxis, eine private Marktwirtschaft. Die Regierung intervenierte vornehmlich durch fiskalische und geldpolitische Maßnahmen und mittels Eingriff durch ihre regulierenden Organe. Obwohl während der Marcos Ära eine Ausdehnung der Unternehmen in öffentlicher Hand vorgenommen worden war, blieb die direkte Teilnahme des Staates an wirtschaftlichen Unternehmungen generell begrenzt. Die Aquino Regierung legte die Initiative ihrer Wirtschaftspolitik hauptsächlich auf die Konsolidierung und Privatisierung von staatseigenen und staatlich kontrollierten Unternehmen. Die Wirtschaftsplanung beschränkte sich weitgehend darauf, Ziele zum wirtschaftlichen Wachstum und andere makrowirtschaftliche Vorgaben festzulegen; sie befasste sich mit der Planung und Umsetzung von Projekten und riet der Regierung in der Verwendung von Kapitalfonds bei Entwicklungsprojekten.


Entwicklungsplanung

Die Verantwortung für die Wirtschaftsplanung wurde der "Nationalen Wirtschafts- und Entwicklungsbehörde" übertragen. Gegründet im Januar 1973, übernahm die Behörde beide Mandate, die für die makroökonomische Planung, die zuvor von ihrer Vorgängerorganisation, dem "Nationalen Wirtschaftsrat", wahrgenommen worden war, und die der Projektplanung und -umsetzung, welche vormals vom präsidialen Wirtschaftsstab geleitet wurden. Die nationalen Wirtschafts- und Entwicklungspläne drangen auf Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung, Maximierung des Wirtschaftswachstums, Erreichung der fiskalischen Verantwortlichkeit und geldpolitischen Stabilität, Versorgung der sozialen Dienste und gerechten Verteilung des Einkommens, und sie wurden durch Marcos Regierung 1974-77, 1978-82 und 1983-88 aufgestellt. Auch Aquinos Regierung stellte einen Plan von 1987-92 auf. Das Wachstum wurde nachhaltig durch den Umbau der Infrastruktur und die Anreize für prvite Investitionen angeregt. Soziale Gerechtigkeit, ein abgeleitetes Vorhaben, konnte, gestützt durch angemessene, politische Maßnahmen, die arbeitsintensive Produktionsformen förderte, durch eine dynamische, wirtschaftliche Erholung durchaus erreicht werden.

Der mittelfristige Entwicklungsplan der "Nationalen Wirtschafts- und Entwicklungsbehörde" von 1987-92 reflektierte Aquinos Wahlkampfthesen, nämlich der Eliminierung von strukturellen Privilegien und der Monopolisierung der Wirtschaft, der Dezentralisierung von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen und der Verringerung der Arbeitslosigkeit und der Massenarmut - besonders in ländlichen Gebieten. Der private Bereich war gefordert, sich als "Initiator" und als "Motor" um die Entwicklung des Landes zu bemühen, und dafür war die Regierung bereit, "private Initiativen zu ermutigen und zu unterstützen". Die Teilnahme des Staates am Wirtschaftsgeschehen sollte minimiert und dezentralisiert werden. Das Ziel schloss ein, die Armut zu lindern, weitere, produktive Beschäftigungen anzuregen, die soziale Gerechtigkeit zu fördern und ein ausreichendes Wirtschaftswachstum zu erzielen. Die Ziele sollten durch eine Agrarreform, Straffung der kollektiven Handelswege, Durchführung ländlicher, arbeitsintensiver Infrastrukturmaßnahmen, Ausbau der sozialen Dienste und Erweiterung des Bildungs- und Ausbildungsangebots erreicht werden. Nichtsdestoweniger, wie bereits bei früheren Plänen, waren die Ziele und Vorgaben nur mühsam zu erreichen, wenn kein einigermaßen ausreichendes Wirtschaftswachstum erzielt werden konnte, wobei sich das Wachstum zudem auf den Agrarsektor stützen sollte.

Der Plan beinhaltete die Implementierung von einer angepassteren, marktorientierten Fiskal- und Geldpolitik, die Erreichung einer liberaleren Handelspolitik basierend auf gegenseitiger Rücksichtnahme und der Steigerung der Effizienz und Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes, so wie die verbesserte Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen der Regierung. Ein sauberes Management der Auslandsschulden des Landes, um eine annehmbare Wachstumsrate zu erzielen und die Einrichtung einer "pragmatischen" entwicklungsorientierten Außenpolitik waren zudem von extremer Wichtigkeit.

Die Wirtschaftsdaten blieben allerdings weit von den Zielen des Planes entfernt. Zum Beispiel lag das reale BSP der Wachstumsrate von 1987 bis 1990 durchschnittlich 25 Prozent unter den angestrebten Daten, das Wachstum des realen Exportzuwaches lag ein Drittel darunter und die realen Importe wurden mehr als verdoppelt. Die Ziele jedoch lieferten die Basis für eine Diskussion über den Wahrheitsgehalt von offiziellen Verlautbarungen und ob der Plan, Wachstumsraten in Verbindung mit der Erfüllung ausländischer Schuldenverpflichtungen zu bringen, überhaupt zu realisieren war. Der Plan setzte gleichfalls Prioritäten. Beide, Aquinos Wahlkampfankündigungen wie auch ihre politischen Intensionen, die in den Dokumenten der Planung zu finden waren, sahen eine Politik vor, welche sich vor allem positiv für die Armen und den landwirtschaftlichen Sektor auswirken sollte. Aber durch Uneinigkeiten innerhalb des Kabinetts, durch Konflikte mit dem Kongress und der Unentschlossenheit der Präsidentin wurden politische Vorhaben wie die Land- und Steuerreform gar nicht realisiert, oder sie wurden lediglich halbherzig umgesetzt. Zusammengefasst gesagt, kürzten die Philippinen Resourcen, die für Projekte der Entwicklung und der Verbesserung der öffentlichen Leistungen zur Verfügung gestanden hatten, um ihre guten Beziehungen zu ihren internationalen Kreditoren zu erhalten.

Die Regierung schuf erstmals seit den frühen fünfziger Jahren Anreize für Firmen aus dem In- und Ausland, um in bevorzugten Branchen der Wirtschaft zu investieren. Ein Investitionsförderungsgesetz aus dem Jahr 1967, welches vom Investitionsrat (BOI - Board of Investment) erarbeitet worden war, wurde verabschiedet, um Investitionen systematisch anzulocken und weiterzuleiten. Drei Jahre später wurde ein Exportförderungsgesetz erlassen, um die Bemühung zu unterstützen, die Wirtschaft von der Importsubstitionsproduktion zu entlasten. Die Förderungsprogramme der späten sechziger und siebziger Jahre sahen sich sowohl der Kritik ausgesetzt, kapitalintensive Investitionen gegenüber Investitionen im Agrarbereich und in der Exportindustrie zu favorisieren, als auch in nicht ausreichenden Summen getätigt worden zu sein. Es gab zu wenig Exportanreize, um das Tal, in dem sich der Export befand, zu durchschreiten, die sich in der Struktur der Zolltarife und in der Überbewertung des Peso bemerkbar machten.

Das Investitionsförderungssystem wurde 1983 überarbeitet und ein weiteres Mal 1987 mit dem Ziel, Erfolge besonders in der exportierenden und beschäftigungsintensiven Produktion zu erzielen. Als Ergebnis der Einwände, die gegen die Exportsubventionen nach dem Gesetz von 1983 besonders von den Vereinigten Staaten und anderen Industrienationen vorgetragen wurden, waren viele besondere Hilfen für Exporteure in der Version von 1987 gestrichen worden. Das 1987er Investitionsgesetz delegierte besondere Verschiegenheitsregeln über ausländische Investitionen an den Investitionsrat der Regierung, sobald ausländische Anteile an Unternehmen 40 Prozent übersteigen. Auf Betreiben des philippinischen Kongresses schränkte die gesetzgebende Versammlung die Rechte und Pflichten dieser Behörde erheblich ein. Nach dem neuen Gesetzesvorschlag sollten Geschäftsanteile über 40 Prozent grundsätzlich in allen Branchen gestattet werden und nicht länger in einer speziellen "schwarzen Liste" vermerkt werden.


Fiskalpolitik

Historisch betrachtet hatte die Regierung eher eine konservative Einstellung zur Fiskalpolitik. Bis 1970 betrugen die nationalen Ausgaben und die Besteuerung generell weniger als 10 Prozent des BSP. (Die Gesamtausgaben der Provinzen, Stadt- und Gemeindeverwaltungen waren gering, sie lagen in der 1980ern zwischen 5 bis 10 Prozent der nationalen Besteuerung durch die Regierung.)Unter dem Marcos Regime stiegen die nationalen Ausgaben des Staates auf 15 bis 17 Prozent des BRP und das größtenteils aufgrund von Kapitalbesteuerungen und später aufgrund von Schuldentilgungszahlungen. In den Jahren 1987 und 1988 stieg das Verhältnis der Staatsausgaben auf über 20 Prozent des BSPs. Die Steuereinnahmen blieben allerdings relativ stabil und erreichten nur selten um die 12 Prozent des BSPs. Chronische Defizite im Staatshaushalt wurden während der Marcos Ära durch internationale Anleihen gedeckt und während der Regierungszeit von Aquino wurden diese hauptsächlich durch inländische Kredite ausgeglichen. Beide Vorgehensweisen führten in den Teufelkreis eines difizitiären Haushalts, der ständig nach mehr Geld verlangte, und die Schuldentilgungen dieser neuen Kredite verursuchten wiederum noch größere Defizite und die Notwendigkeit, noch mehr Geld aufzunehmen usw. 1990 lag das Haushaltsdefizit des Staates bei 5,2 Prozent des BSPs und war 1991 ein Hauptkriterium in den Verhandlungen über die "Stand-by-Vereinbarung" zwischen Manila und dem IWF.

Im Laufe der Zeit änderte sich der Anteil der Staatsausgaben beträchtlich. 1989 belief sich der größte Teil des nationalen Staatshaushalts (43,8 Prozent) auf die Bedienung der Schulden. Der größte Teil des Restes diente den wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben, einschließlich den der Bildung. Nur 9,1 Prozent des Haushalts wurde dem Verteidigungshaushalt zugewiesen. Die Philippinen gaben einen kleineren Anteil des BSPs für die Verteidigung als jedes andere südostasiatische Land aus.

Die Regierung Aquino formulierte 1986 ein Steuerreformprogramm, welches etwa dreißig neue Maßnahmen beinhaltete. Die meisten Exportsteuern wurden gestrichen, die Einkommensteuer wurde vereinfacht und mehr der Progression angepasst; das Investitionsförderungsprogramm wurde überarbeitet; Luxussteuern wurden eingeführt, und mit dem Jahr 1988 wurden eine ganze Anzahl von Verkaufs- und Veräußerungssteuern durch eine 10prozentige Mehrwertsteuer ersetzt. Das waren die zentralen Änderungen der von der Regierung angestoßenen Steuerreform. Daneben wurden noch einige, administrative Verbesserungen vorgenommen. Jedoch diese Änderungen brachten nicht den gewünschten Erfolg eines angestrebten Anstiegs im Steueraufkommen anteilig zum BSP.

Die Probleme des philippinischen Steuersystems schienen mehr aus der Steuererfassung und -erhebung als aus den Steuersätzen zu resultieren. Die Schätzungen der individualen Einkommensteuerbeiträge aus den späten achtziger Jahren gingen von zwischen 13 und 27 Prozent aus. Steuerschätzungen über die Größenordnung der Steuerflucht durch Unternehmer zu entrichtende Einkommenssteuern aus den Jahren 1984 und 1985 reichten von geringen 1,7 Milliarden bis hinauf zu 13 Milliarden Pesos. Die letztere Zahl basierte auf der Tatsache, dass nur etwa 38 Prozent der angemeldeten Firmen des Landes für das Jahr 1985 eine Steuerrückerstattung beantragt hatten. Obwohl sich die Erhebungen 1989 auf 10,1 Milliarden Pesos beliefen und damit eine 70prozentige Steigerung erfuhren, blieben sie noch mit 1,4 Milliarden Pesos unter den Erwartungen zurück. Die Umgehung von Steuern beruhte vornehmlich auf Missmanagement und auf Korruption.

Niedrige Eingangssteuersätze verstärkten außerdem die regressive Struktur des Steuersystems. Die Weltbank errechnete, dass effektive Steuersätze (zu zahlende Steuern nach dem Anteil des Einkommens) von Familien mit geringem Einkommen mit über 50 Prozent über die lagen, welche jene Familien aus den oberen Einkommensschichten Mitte der achtziger Jahre zu entrichten hatten. Familien mit mittleren Einkommen zahlten die höchsten Prozentsätze. Diese Lage war zum Teil durch die große Abhängigkeit des Staates an indirekte Steuern entstanden. Die individuelle Einkommensteuer erreichte nur 8,9 Prozent des Steueraufkommens aus 1989, und die Körperschaftssteuer belief sich nur auf 18,5 Prozent. Steuern auf Waren und Dienstleistungen und Abgaben aus internationale Transaktionen machten 1989 nahezu 70 Prozent der Steuereinnahmen aus - etwa gleich viel wie schon 1960.

Das sich konsolidierende Defizit im öffentlichen Dienst, das gemeinsame Defizit der Staatsregierung und der lokalen Stadt- und Gemeindevertreter sowie die Budgets der Unternehmen in öffentlicher Hand, die während der ersten zwei Jahre in Aquinos Amtszeit ganz erheblich gekürzt worden waren, stiegen auf bis zu 5,2 Prozent zum Ende des Jahres 1990. Im Juni 1990 schlug die Regierung ein gerechteres, neues Steuerreformpaket mit dem Versuch vor, das Defizit des öffentlichen Dienstes besser kontrollieren zu können. Zu der Zeit froren der IWF, die Weltbank und die japanische Regierung die Freigabe eines Kredits ein, da die Philippinen nicht die mit dem IWF in dem dazugehörigen Stand-by-Abkommen gemachten Voraussetzungen befolgten. Verursacht durch die Golfkrise (am persischen Golf) von 1990-91 stiegen die Rohölpreise, und somit übte der "Ölpreisstabilisierungsfond" einen zusätzlichen Druck auf den Etat aus. Die plötzliche Verringerung von den Dollar-Überweisungen der Vertragsarbeiter aus Kuweit aud aus dem Irak und steigende Zinsen für inländische Schulden des Staates trugen ebenfalls zum Defizit bei.

Verhandlungen zwischen der Aquino Regierung und dem Kongress über die Steuervorschläge der Regierung scheiterten im Oktober 1990, wobei sich beide Seiten darauf einigen konnten, jeweils dafür sorgen zu wollen, die Steuereinnahmen zu verbessern, die Privatisierung der staatseigenen und staatlich kontrollierten Unternehmen zu beschleunigen und über die Einrichtung einer zeitlich begrenzten Importbeschränkung nachzudenken. Ein weiteres Stand-by Abkommen aus den ersten Monaten des Jahres 1991 zwischen dem IWF und der Regierung gestattete dieser, die Steuern und Energiepreise anzuheben. Obgleich die Bestimmungen der Vereinbarung eingehalten werden mussten, um neue Kredite zu sichern, verschlechterten diese die bereits brüchige Beziehung der Regierung mit dem Kongress weiter.


Geldpolitik

Die Zentralbank der Philippinen wurde im Juni 1948 gegründetund begann im darauf folgenden Januar mit ihrer Arbeit. Sie war beauftragt, die Geldwertstabilität zu erhalten, den Wert und die Konvertierbarkeit des Peso zu bewahren sowie Gelder, Kredite und Devisen für das Wachstum der Wirtschaft des Landes vorzuhalten. 1991 bestand die Währungshüterinstanz der Zentralbank aus dem Währungsgremium (Monetary Board), welches sich aus dem Chef der Zentralbank als Vorsitzenden, dem Finanzminister, dem Direktor der "Nationalen Wirtschafts- und Entwicklungsbehörde" und drei Mitgliedern aus dem privaten Bereich zusammensetzte. Um ihre Funktionen wahrzunehmen, überwachte die Zentralbank das Wirtschaftsbankensystem und regelte die Auslandsanleihen des Landes.

Von 1975 bis 1982 betrugen die inländischen Ersparnisse (einschließlich Kapitalverlustabzug) durchschnittlich 25 Prozent de BSPs und somit über 5 Prozent Punkte unter dem jährlichen Zuwachs der inländischen Kapitalbildung. Diese Lücke wurde mit ausländischem Kapital geschlossen. Zwischen 1983 und 1989 sanken die inländischen Ersparnissse im Verhältnis zum BSP durchschnittlich im ein Drittel, was zunächst durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Sparer im privaten Bereich und dann später zunehmend durch die negativen Ersparnisse der Regierung initiiert wurde. Die Investitionen sanken gleichfalls, so dass während drei dieser Jahre die inländischen Einsparungen sogar noch die Bruttoinvestitionen überstiegen.

Von der Zeit, als sie ihre Arbeit begann, bis in die frühen achtziger Jahre intervenierte die Zentralbank einschneidend in das Wirtschaftsleben des Landes. Sie legte die Zinsraten sowohl für Bankguthaben als auch für Bankkredite fest, und es waren oft Zinssätze, die, wenn man die Inföationsrate einbezog, negativ waren. Kredite der Zentralbank wurden den Wirtschaftsbanken durch ein ausgeklügeltes System der Rediskontierung zur Verfügung gestellt. In den siebziger Jahren flüchtete das Bankensystem mit Hilfe der Zentralbank in ausländische Kredite zu Bedingungen, die generell ausländische Wechselkursrisiken ignorierten. Die Kombination dieser Faktoren dämpfte die Entwicklung der finanziellen Einmischung in die Wirtschaft, besonders der Zuwachs im langfristigen Sparen. Die Abhängigkeit des Bankgewerbes vom Fond der Zentralbank zu niedrigen Zinssätzen in Verbindung mit der Rediskontierunginstanz der Bank hat dazu geführt, dass ihr ein ursächlicher Beitrag zum finanziellen Chaos der achtziger Jahre zufällt. Zum Beispiel die offensichtliche Verbindung von Zentralbankkrediten und die Bevorzugung staatseigener Finanzierungsinstitutionen stieg von insgesamt um die 25 Prozent aus dem Jahr 1970 auf 45 Prozent in den jahren 1981-82. Geldanleihen der staatseigen Entwicklungsbank der Philippinen durch die Zentralbank erreichten fast das Hundertfache während dieses Zeitraumes. Zugriff zu Resourcen dieser Art in Verbindung mit subventionierten Zinssätzen ermöglichten Marcos "Spezis" Kredite und die späteren Bürgschaften zu erhalten, die zu dem finanziellen Chaos letztlich beigetragen haben.

Zu Beginn der achtziger Jahre setzte die Regierung eine Anzahl von Währungsmaßnahmen um, die von Reformen aus 1972 stammten, um die Fähigkeit des Bankwesens zu steigern, adäquate Geldsummen für langfristige Finanzierungen zur Verfügung zu stellen. Es wurden Anstrengungen unternommen, die Kapitaldecke der Banken durch Fusionsanreize und Konsolidierungsmaßnahmen zu erhöhen. Eine neue Klasse von Banken ging daraus hervor, die "erweiterten Handelsbanken" oder "Unibanken" wurden gebildet, um den Wettbewerb und die Effektivität des Bankwesens zu erhöhen und um den Anteil an langfristigem Sparen zu steigern. Qualifizierten Banken, solchen mit einem Eigenkapital in Höhe von über 500 Millionen Pesos wurde erlaubt, ihre Geschäftsfelder zu erweitern und einen Bereich von neuen Aktivitäten aufzunehmen, indem sie ihre der Handelsbanken mit denen der Investitionsgesellschaften verknüpften. Die funktionalen Aufteilungen anderer Geschäftsfelder der Bankwirtschaft wurden reduziert und die der Landwirtschaftsbanken und Sparkassen wurden gänzlich eliminiert.

Die Zinssätze wurden während dieser zeit dereguliert, so dass im Januar 1983 alle Zinssatzbeschränkungen aufgehoben wurden. Rediskontierungsprivilegien wurden reduziert und die Rediskontierungssätze wurden in Beziehung zu konkurrierenden Fonds gesetzt. Obwohl die kurzfristige Reaktion günstig zu sein schien, gab es langfristig gesehen eine Verschlechterung, Das Verhältnis der Geldversorgung des Landes, welches breitbandig auf das BSP ausgelegt war, um darin Ersparnisse und Termingelder einzubeziehen und welches im Jahr 1972 um die 0,2 Prozent betragen hatte, stieg auf 0,3 Prozent im Jahr 1983, um dann wieder auf 0,2 Prozent während der ausgehenden achtziger Jahre abzufallen. Diese Verhältnis gehörte zu den niedrigsten in ganz Südostasien.

Währungs- und geldpolitische Maßnahmen, die in den frühen achtziger Jahren von der Regierung festgelegt wurden, trugen zu großen Zwischenhandelsspannen bei - die Differenz zwischen den Soll- und Habenzinsen. In 1988 lagen die Kreditzinsen zum Beispiel bei 16,8 Prozent, während die Zinserträge für Sparkonten nur etwas mehr als 4 Prozent ergaben. Die Zentralbank verlangte traditionell relativ hohe Reservebedingungen (der Anteil von Guthaben, die in Reserve gehalten werden müssen), und sie beliefen sich auf bis zu 20 Prozent. 1990 wurden die Reservebedingungen zweimal nach oben korrigiert, wobei zunächst 21 und dann 25 Prozent gefordert wurden. Darüber hinaus belegte die Regierung Sparguthaben mit einer 5prozentigen Zinsertragssteuer und einer 20prozentigen Steuer auf Vermögensgewinnen, und sie nahm weiter großzügig Geld auf, um Haushaltsdefizite zu decken und einen übermäßigen Anstieg der Geldversorgung zu absorbieren. Zum Beispiel erreichten 1988 die Zinssätze für sechsmonatiges Festgeld großer Anleger durchschnittlich fast 13 Prozent, wohingegen Kleinsparer nur 4 Prozent für ihre Ersparnisse erhielten. Die Sätze für sechs- und zwölfmonatige Anlagen unterschieden sich um lediglich 1 Prozentpunkt, und der Zinsunterschied für Anlagen in ausländischen Währungen aller möglichen Fälligkeiten lag ebenfalls in einem einzigen Prozentpunktbereich. Weil Spareinlagen ungefähr 60 Prozent der Bankengesamtanlagen ausmachten und Alternativen für Kleinsparer gering waren, gab es viele schlecht informierte Anleger und noch mehr zusätzliche Sparer. Derartige Zinssätze von Termingeldern waren angeordnet worden, um die Kapitalflucht zu reduzieren. Diese Diskreminierung verbunden mit den großen Handelsspannen leistete dem Vorwurf philippinischer Wirtschaftler und der Weltbank Vorschub zu behaupten, das Bankwesen der Philippinen wäre hochgradig oligopolistisch.

Der Geldversorgungszuwachs war höchst variabel und expandierte bei wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen, um sich gleich wieder zu kontraktieren, wenn Bedingungen des IWF es erforderten. Vor den Wahlen von 1969, 1984 und 1986 wuchs der Geldzufluss schnell an. Der Fluss der Wirtschaft durch Gelder aus den Wahlen von 1986 war einer der Gründe, warum die neu gewählte Aquino Regierung sich entschied, die bestehende Stand-by Vereinbarung mit dem IWF über den Haufen zu werfen und einen neuen Vertrag auszuhandeln. Die Zentralbank erleichterte den Fonds, die finanzielle Lage zu stabilisieren, welche aus einem Finanzskandal von 1981, nach dem Beginn der Wirtschaftskrise Ende 1983 und nach dem Umsturzversuch von 1989 folgten. Das Geld wurde daraufhin vom Schatzmeister der Zentralbank - die sogenannten Jobo Verordnungen, so bezeichnet nach dem Leiter der Zentralbank, José Fernandez - zu hohen Zinssätzen weiterverkauft. Die Zinssätze erzielten zu ihren Spitzenzeiten im Oktober 1984 bis zu 42 Prozent und lagen Ende 1990 noch um 35 Prozent. Die zu zahlenden Zinsen für diese Schulden machten es nötig, neue und größere Anleihen aufzunehmen. Im Gegensatz dazu stehen die Jahre 1984 und 1985, als man versuchte, wieder Zugang zu ausländischem Kapital zu erlangen, denn da war der Geldzufluss nur sehr gering. IWF Diktate wurden befolgt, die hohe Inflation gemindert und der Währungsbericht in Ordnung. Erfolg jedoch wurde nur erreicht in Folge eines tiefen Falls und bei einer hohen Arbeitslosenrate.


Privatisierung

Als Aquino 1986 die Präsidentschaft übernahm, waren 31 Milliarden Pesos, etwas mehr als 25 Prozent des Staatshaushalts den Unternehmen des öffentlichen Bereiches - staatseigene und staatlich kontrollierte Körperschaften - in Form von Zuschüssen, Subventionen und Krediten zugewiesen gewesen. Aquino befand es auch für nötig, unsichere Kredite über 30 Milliarden Pesos, die von der "Philippinischen National Bank" (PNB) und der Entwicklungsbank der Philippinen abgesichert wurden, an jene zu vergeben, die "Positionen der Macht" innehielten und unter Marcos in "Gewissenskonflikte" geraten waren. Der Nutzen der ineffizienten und unprofitablen öffentlichen Unternehmen und unsichere Kredite der "Philippinischen Nationalbank", der Entwicklungsbank der Philippinen und anderen staatseigenen Institutionen waren eine schwere Bürde aus der Marcos Zeit.

Belastet durch 256 Unternehmen in Staatseigentum und 399 weiteren nicht Gewinn bringenden Einrichtungen, die der Regierung von der "Philippinischen Nationalbank" und der Entwicklungsbank der Philippinen übertragen worden waren, richtete die Aquino Regierung 1986 eine Privatisierungsgesellschaft ein, um staatseigene und staatlich kontrollierte Unternehmen zu veräußern. Anfang 1991 hatte die Privatisierungsgesellschaft 230 Unternehmen zu einem Gesamtpreis von 14,3 Milliarden Pesos verkauft. Weitere siebenundzwanzig Staatsunternehmen, die durch direkte Staatsgelder aufgebaut worden waren, wurden zum Verkauf angeboten, und siebenundfünfzig Unternehmen wurden als Ganzes oder teilweise zu einem Gesamtpreis von 6 Milliarden Pesos veräußert. Der Staat wollte nur etwa 30 Prozent der Unternehmen behalten, die ursprünglich Staatsunternehmen waren und wollte weitere 20 Prozent verkaufen. Somit gab es eine große kontroverse Diskussion über die Fairness der Verkaufsabsichten und die damit verbundenen Potentiale, eine sogar größere Konzentration der wirtschaftlichen Macht in die Hände einiger, wohlhabender Familien zu legen.

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