Wirtschaft
Republika g Pilipinas


Volkswirtschaft
Wirtschaftszahlen: Stand Juni 1991
Zurück zum Inhalt



Grundlagen


Die philippinische Wirtschaft erfuhr beträchtliche Schwierigkeiten in den achtziger Jahren. Das reale Bruttosozialprodukt (BSP) wuchs jährlich durchschnittlich nur um 1,8 Prozent und lag damit unter des jährlichen Geburtenüberschusses von 2,5 Prozent. Das bereinigte BSP lag 1990 mit 668 USD unter dem Level von 1978, und ungefähr 50 Prozent der Bevölkerung lebte unter der Armutsgrenze. Die offizielle Arbeitslosenquote betrug 8,3 Prozent (12,3 Prozent in ländlichen Gegenden) und erreichte zu Beginn des Jahres 1989 mit 11,4 Prozent ihren Höhepunkt, und die Unterbeschäftigungsrate, die besonders verbreitet bei armen Leuten, schlecht ausgebildeten Arbeitskräften und älteren Arbeitnehmer war, lag etwa zweimal so hoch wie die Arbeitslosenrate. 1988 verließen ungefähr 470.000 Filipinos das Land, um im Ausland ein Arbeitsverhältnis anzutreten oder auf ausländischen Handelsschiffen zu fahren.

Die Wirtschaft wuchs in den siebziger Jahren mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 6,4 Prozent relativ schnell und wurde zum großen Teil durch Auslandskredite finanziert. Die Auslandsschulden stiegen von 2,3 Milliarden USD aus dem Jahr 1970 auf 24,4 Milliarden USD im Jahr 1983. Ein Großteil des Geldes schuldete man transnationalen Handelsbanken.

In den frühen achtziger Jahren begann die Wirtschaft, in Schwierigkeiten zu geraten, da der Weltmarkt weniger philippinische Produkte aufnahm und aufgrund eines inländischen Finanzskandals Schwierigkeiten auf dem internationalen Kapitalmarkt bekam, benötigte Kredite zu erhalten. Das Problem wurde durch die Exzesse von Präsident Marcos Regime und die Ausplünderung von staatsseigenen Finanzreserven durch Firmen, die jene gehörten, die dem Präsidenten nahe standen, ausgelöst und führte schließlich in finanzielle Engpässe. 1983 fiel das Land erneut in eine politische und wirtschaftliche Krise in Folge des Attentats auf Marcos Hauptrivalen, den früheren Senator, Benigno Aquino, und die Rahmenbedingungen verbesserten sich auch nicht, bis Marcos im Februar 1986 aus dem Land floh.

Das Wirtschaftswachstum erholte sich 1986 unter der neuen Präsidentin, Corazon C. Aquino, zunächst und erreichte 1988 eine Höhe von 6,7 Prozent. Doch bereits 1988 sah sich die Wirtschaft neuen Schwierigkeiten gegenüber. Das Handelsdefizit und das Defizit im Staatshaushalt wogen dabei besonderers schwer. Im Jahr 1990 fuhr die Wirtschaft fort, unter Schwierigkeiten zu leiden, was auf mehrere Naturkatastrophen zurückzuführen war, und das Wachstum fiel auf 3 Prozent.

Die Struktur der Wirtschaft entwickelte sich im Laufe der Zeit nur langsam. Die Landwirtschaft erwirtschaftete 1990 etwa 23 Prozent des BSP und beschäftigte etwas mehr als 45 Prozent der Arbeitskräfte. Ungefähr 33 Prozent betrug der Anteil der Industrie, die dafür nur 15 Prozent der Arbeitnehmer benötigte. Die verarbeitende Industrie hatte sich seit den fünfziger Jahren rasch entwickelt und stagnierte dann plötzlich, und sie erhöhte kaum ihren Anteil am BSP und ihre Beschäftigtenzahl. 1990 wurden 24 Prozent des BSPs von 12 Prozent Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie erwirtschaftet. Der Dienstleistungsbereich, als verbleibender Arbeitgeber, erhöhte seinen Anteil an Beschäftigten von 25 Prozent aus dem Jahr 1960 auf mehr als 40 Prozent im Jahr 1990. 1990 betrug der Anteil der Dienstleistungen 44 Prozent am BSP.

Die Philippinen sind reich an natürlichen Resourcen. Die Äcker, auf denen Reis und Getreide angebaut wurde, beliefen sich 1990 auf 50 Prozent der 4,5 Millionen Hektar für den Feldanbau. Weitere 25 Prozent des kultivierten Landes wurden für Kokosnüsse, einer Hauptexportfrucht, benötigt. Zuckerrohr, Ananas, Tabak und Bananen waren ebenfalls wichtige Exporterzeugnisse. Die Waldreserven wurden bereits extensiv bis zu dem Punkt der fast völligen Erschöpfung ausgebeutet. Das Archipel der Philippinen umfasst weitflächige Meeresresourcen. 1990 deckten Fisch und andere Meeresfrüchte aus den einheimischen Gewässern mehr als 50 Prozent des Proteinhaushalts in einem durchschnittlichen, philippinischen Haushalt. Die Philippinen besitzen ebenfalls große Mineralvorkommen. Im Jahr 1988 war das Land der zehntgrößte Kupferproduzent der Welt, der sechstgrößte Chromproduzent und der neuntgrößte Produzent von Gold. Die einzige Nickelmine des Landes nahm ihren Betrieb 1991 wieder auf und förderte große Mengen dieses Metalls. Die Suche nach Erdöl wird fortgesetzt, aber die Entdeckungen von Vorkommen waren bislang gering, so dass das Land das meiste seines Öls zu importieren gezwungen ist.

Bis 1970 bestanden die philippinischen Exporte aus landwirtschaftliche oder mineralische Produkte in unveredelter oder nur minimal veredelter Form. In den siebziger Jahren begann das Land, selbst hergestellte Industriegüter, besonders Textilien und elektronische Bauteile, zu exportieren, und die Anteile einiger traditioneller Exportgüter gingen zurück. Um 1988 beliefen sich die nichttraditionellen Exporte auf 75 Prozent des Gesamtwerts der ins Ausland verschifften Waren.

oben

nächstes Kapitel

Zurück zum Inhalt